1965-1_4

1965-1 Großfahrt der Sippe "von der Hude" nach Holland im Juli 1965

Teilnehmer:
Hans-D. Mühler
Bernd Scheidweiler
Peter Bahr
Lothar Marg

1.Tag
Punkt 6.30 Uhr trafen sich die auf dem Bahnhof in Bremervörde und fuhren 7.10 Uhr mit der BOE nach Bremen. Von da ging es nach Oldenburg, wo wir gegen 10.45 ankamen. Dann kam eine große Strampelei bis zur Grenze (über Leer) nach Neuschanz. Dort wurde erst einmal Geld umgewechselt. Dann waren wir in Holland. Doch viel weiter kamen wir nicht. Wir fuhren noch 13 Km, obwohl wir noch 50 fahren wollten bis Beerta. Dort ging es auf den Campingplatz des ADAC. Kostenpunkt 1 Gulden.
Erstmals bauten wir, nach einer neuen Erfindung, unseren BH auf. Zwei Kröten werden miteinander verbunden, so daß sie ein Zelt ergeben. Dieses Wunderwerk wurde dann auch von Menschen aller Nationalitäten bestaunt, wobei wir mit einem Franzosen ins Gespräch kamen, der uns, als ob es selbstverständlich wäre, fragte, warum wir nicht mit unseren Mädchenpfadfinderinnen führen. Dann wuschen wir uns im komfortablen Waschbecken, spielten Billard und tranken einige Bierchen. Danach kauften wir noch eine große Flasche Martini Weiß und tranken sie, nachdem wir durchs Dorf geschlendert waren, im BH aus. Wonach wir auch bald einpennten.
Lothar Marg

2. Tag
Morgens um 7.30 Uhr krochen wir gähnend aus unserer neuen Erfindung. Wir hatten prima gepennt. Dann wurde erst einmal ein feudales Frühstück eingenommen. Weiter ging es in Richtung Groningen. Etwas außerhalb speisten wir wieder sehr feudal. Im Moment sitzen wir noch in diesem Lokal und trinken Milch. Ich möchte das Wort Milch betonen. Nach dem Mittag fuhren wir weiter. Nach etwa 25 Km steuerten wir die nächste Kneipe an. Der Wirt fragte uns, wo wir herkämen. Wir sagten: Bremervörde. Und stellt euch vor, er kannte das Nest, Welch ein Wunder. Abends kamen wir nach Froncker. Nach dem Aufbau unserer neuen Erfindung gingen wir in die Stadt und kamen gerade im rechten Moment. Es war gerade eine Gondelfahrt auf dem Kanal. Die Boote ließen uns arme Schüler vor Neid erblassen. Dann hauten wir uns in die Falle und pennten gleich ein.
Peter Bahr

3. Tag
Nachdem es in der vergangenen Nacht schon geregnet hatte, hörte es auch an diesem Morgen nicht auf. Uns blieb also nichts anderes über, als auf besseres Wetter zu warten. Wir lagen daher bis etwa ein Uhr mittags in unseren Schlafsäcken, dann wurde gefrühstückt. Danach flickten wir noch zwei Fahrräder, stellten dann aber fest, dass Wupper sein Fahrrad falsch geflickt hatte und die Luft wieder entwich. Bevor wir den Campingplatz jedoch verließen, fuhr Wupper toll- patschig wie immer, gegen eine Absperrung, die er erst sah, als er davor stand. Dann setzten wir unsere Fahrt nach Harlingen fort und machten noch einmal Pause in einer Wirtschaft, etwa 3 Km von Harlingen entfernt. Wir mußten zu unserer Freude feststellen das man hier deutsch sprach. Beim Abschied bekammen wir noch eine Ansichtskarte dieser Gastwirtschaft geschenkt. Nun setzten wir unsere Fahrt fort. Als wir jedoch 200m gefahren waren, mußten wir zu unserem Bedauern feststellen, daß Wuppers Fahrrad abermals platt war. Es wurde geflickt und nun hielt die Luft. Endlich ging es weiter in Richtung Damm. Wir fuhren an einer Europastraße entlang auf einem Fahrradweg, der dann jedoch plötzlich aufhörte. Uns blieb daher also nichts anderes übrig, als auf dieser Straße, die nur für Autos zugelassen war, weiterzufahren. 200m vor dem nächsten Ort, in dem wir abbiegen wollten, wurden wir von einem Polizisten angehalten und zu einer Geldstrafe von 2,50 Gulden verdonnert. Es war uns zwar nicht recht, aber was sollten wir machen. Endlich durften wir weiterfahren und nun ging es über den Damm. An einer Wirtschaft wurde abermals angehalten und zu Abend gegessen. Wir fuhren einige Kilometer, als auch mein Fahrrad versagte. Es war ebenfalls der Reifen. Nach dieser unfreiwilligen Pause ging es dann Gott sei dank ohne weitere Zwischenfälle weiter. Es war eine lange Zeit über den Damm, da man nichts neues sah und der Wind zudem noch von vorne kam. Das Denkmal, das fast auf der anderen Seite des Dammes war, wurde besichtigt. Dann ging es weiter um in Den Over einen Campingplatz zu suchen. Nach einem langen kreuz und quer durch die Stadt wurde er endlich gefunden. Gegen 11 Uhr schlugen wir unseren BH auf, und lagen gegen 12 Uhr glücklich in unseren Schlafsäcken.
Hans - D. Mühler

4. Tag
Am 4. Tag fuhren wir von Den Over morgens um 10.00 Uhr ab. Heute war es mal wieder trocken. Wir mußten gegen den Wind anstrampeln. Wir fuhren nicht schneller als 15 Km in der Stunde. Nach rund 1 1/2 Stunden machten wir die erste Pause. Wir gingen in eine kleine Holzbaracke, worin eine gemütliche Kneipe vorhanden war. Wir tranken eine Cola und ein Glas Milch. Nach ungefähr 15 - 20 Minuten ging unsere Fahrt gegen den Wind weiter. Wir kamen durch einen kleinen Wald, wo es sehr unangenehm roch. Doch wir überstanden es. 10 Km vor Hoorn machten wir wiederum eine Rast am Straßengraben. Nach ein paar Minuten ging es weiter. Um viertel vor Eins trafen wir in Hoorn ein. Hier trafen wir noch einige Pfadfinder, die aus Meppen kamen. Wir schlugen ihnen unseren letzten Campingplatz vor, da dieser ganz gut war. Danach fuhren sie weiter. Lothar und Wupper gingen einkaufen. Nach 45 Minuten kamen sie wieder. Wir setzten uns an den Straßenrand und aßen. Da wir nigends mit den Abfällen hinwußten, ließen wir sie als Andenken an einem Baum liegen, der gleich neben uns stand. Dann fuhren wir weiter bis Dosthuizen, hier mußten wir Halt machen, da es anfing zu regnen. Wir setzten uns in eine Kneipe und tranken 4 Cola, auf Sippenkosten. Da es doch nicht aufhörte zu regnen, fuhren wir nach eine halben Stunde weiter. Unterwegs fiel Lothars Gitarre vom Rad, und Mac und Wupper fuhren mit ihren Rädern darüber. Doch alles ging gut, die Gitarre hatte bloß ein paar Schrammen abgekriegt. Um 18.00 Uhr kamen wir in Edam an. Hier besorgten wir uns etwas zum Abendessen. Ein paar hundert Meter außerhalb der Stadt setzten wir uns an den Straßenrand und aßen. Der Regen hatte etwas nachgelassen. Nach ein paar Minuten ging es weiter. Bis Amsterdam hatten wir noch ungefähr 22 - 25 Km nach. Diese fuhren wir in eins durch. Unterwegs, 10 Km vor Amsterdam, fing es in Strömen an zu regnen. Doch wir hielten durch. Es war viel zu naß, um jetzt ein Zelt aufzubauen. Deshalb be- schlossen wir in einer Jugendherberge zu übernachten. Doch wir fanden keine. So mußten wir in ein Jugendhotel. Die Preise waren gewaschen. Wir zahlten 5 Gulden für eine Person mit Frühstück. Als unser Gepäck im Zimmer verstaut war, gingen wir durch Amsterdam. Nach ein paar Straßenecken fanden wir das berüchtigte Hafenviertel. Hier fühlten wir uns wohl. Wir gingen durch mehrere Gassen. Sie waren mehr oder weniger beleuchtet. An jedem Hauseingang stand ein leichtes Mädchen. Die waren sehr "leicht" bekleidet. man konnte bis nach "Emmersbach" gucken. Für unsere Augen war dieses ein Genuß. Um 23.00 Uhr gingen wir ins Hotel zurück und tranken noch eine Limonade, bevor wir ins Bett gingen. Kaum waren wir im Bett, ging ein Wühlen über meinem Bett los. Wupper seine Decken lagen nicht richtig, mal fielen sie auf der rechten Seite runter, mal auf der linken Seite. Nach zweimaligem Aufstehen war es dann geschafft. Dieses dauerte auch bis 24.00 Uhr. Dann konnten wir alle ruhig schlafen.
Peter Bahr

5. Tag
Als wir heute morgen in unserem Jugendhotel aufwachten, war es 8.00 Uhr. Wir wuschen uns, zogen Kluft an und gingen nach unten, zum Frühstück. Die Herbergsoma holte vom anderen Tisch die Marmelade und die Butter, die übrig geblieben war, und tischte uns ebenfalls Frühstück auf. Bald setzten sich uns gegenüber vier Amerikanerinnen hin, die jede gut aussahen und uns betörend anlächelten. Dann packten wir unsere Sachen und hievten sie auf unser Fahrrad. Die Fähre brachte uns über den Hafen und bald erreichten wir einen sehr guten und billigen Campingplatz noch in Amsterdam. Dort hissten wir an einem Baum unsere Kohte und hauten uns hin. Mac und Wupper kauften ein. Das Essen schmeckte wunderbar.
P.S.
Vorher waren wir noch in der Stadt. Erst gingen wir zur Post, wo nur der "Panter Mac" Post bekam. Dann gingen wir in ein großes Kaufhaus, wir aßen dort Bockwurst und Wubber "kaufte" Wimpel, Streichhölzer und noch so einiges ein, während ich unglücklicherweise den Fotoapparat liegenließ. Zurück im Jugendhotel kauften wir uns noch für je 2 Gulden, vier Karten für eine Grachtenrundfahrt. Gegen 16.00 Uhr fuhren wir los, schlossen unsere Fahrräder beim Jugendhotel an und stiegen in das Schiff zur Grachtenrundfahrt. Durch viele Kanäle und durch den Hafen ging es mit holländischen, deutschen, englischen und französischen Erklärungen. Amsterdam hat 60 Kanäle mit etwa 100 Km. Die Kanäle haben keine Ebbe und Flut. Auf den Kanälen liegen etwa 1000 Wohnschiffe, die fließend Wasser, TV, Gas u.s.w. haben. Die Amsterdamer Häuser stehen ausschließlich auf Pfählen. An jedem Haus ist oben ein Balken mit Seilwinde, weil die Möbel nicht die engen Treppen herunter transportiert werden können. Das größte Trockendock Amsterdams faßt 20.000 Tonnen. Die Schleusen im Damm des Zeudersee fassen bis 100.000 Tonnen. Am Herrenkanal in Amsterdam wohnen die reichen Patrizier Hollands. Die Häuser haben 40 - 50 Zimmer, einige standen auch im Wasser. Nach dieser Rundfahrt gingen wir ins Jugendhotel und aßen dort Kotelett mit Gemüse und pommes frites. Der großartige Koch lief mit Glatze, Turnschuhen,Schlapperkittel, Bäckerhose und Kaugummikauend herum. Ab und zu manschte er mit Gummihandschuhen im Salat herum und kurz darauf reparierte er das Scheißhaus. Als wir die Hälfte hinunter geschlungen hatten, waren wir satt. Wir tranken noch eine Fanta und gingen dann durch die Stadt zum Kino. Hier wurde Striptease gezeigt. Ein Starfilm mit Striptease in französicher Sprache ab 18 Jahren. Danach spazierten wir noch einmal durch das St. Pauli Amsterdams, wo die Frauen wieder zum Kaufen dastanden. Am Jugendhotel wurden die Fahrräder losgeschlossen. Nachdem wir uns zweimal verfahren hatten, gelangten wir zu unserem Campingplatz, wo wir uns ungewaschen in die Schlafsäcke hauten
Lothar Marg

6. Tag
Um 8.30 Uhr krochen wir aus den Pennbeuteln und duschten. Dann frühstückten wir. Lothar schrieb dann Chronik. Hinterher lachten wir noch herzhaft über Dickers neuen Namen "Panter Max". Dann gingen wir in die Stadt. Im Jugendhotel haben wir noch eine Fanta getrunken. Wir beschlossen noch einmal ins Kino zu gehen. Lothar ging an die Kasse und wollte klug vier Karten für den Film kaufen. Der Portier wunderte sich und fragte für wen die Karten seien. Lothar zeigte auf uns. Der blöde Hammel von Portier glaubte nicht, daß wir schon 18 Jahre alt sind. Unsere Ausweise hatten wir leider nicht da!! Dann kamen wir an einem Geschäft für Bootsartikel vorbei und beschlossen eine Peter-Lehmann-Funzel zu kaufen, um wenigstens die geklauten Zeitungen lesen zu können. Aber das Ding rußte wie nichts gutes. Dann brauchten wir für den Peter Lehmann eine Flasche. Wir kauften eine Flasche Sprudel und leerten sie auf offener Straße weg. Als wir uns in die Pennbeutel gehauen hatten, jammerte Bonco alias Peter Bahr plötzlich laut auf. Sein Pennbeutel war in der vorherigen Nacht "leicht" naß geworden und noch nicht wieder trocken. Dann trugen wir die großen internationalen Spinnerweltmeisterschaften aus. Opa Crakel, alias Dicker Mühler belegte den ersten Platz. Bonco, alias Peter Bahr wurde Zweiter. Elve, alias Wubberknuff, alias Bernd Scheidweiler belegte Platz drei. Dicki Dick Dickens, alias Flatterpup, alias Lothar Marg wurde ausgeschlossen, weil er während der Weltmeisterschaft eingepennt war.
Elve alias Wubber

7. Tag
An diesem Morgen schliefen wir bis etwa 11.30 Uhr, um nicht so viel Geld fürs Essen auszugeben. Noch bevor wir uns aus den Schlafsäcken erhoben hatten, begannen wir die Fortsetzung unserer internationalen Spinnerweltmeisterschaft. Wir spannen über das Fernsehen. Hier stieg Lothar Marg, alias Flatterpup, alias Dicki Dick Dickens, ganz groß ins Rennen ein. Er berichtete von einer Billiardweltmeisterschaft, wo er uns als Trottel ausscheiden ließ, sich selbst aber zum großen Sieger krönte. Peter Bahr, der danach mit einem Spiel der Fußballweltmeisterschaft Deutschland gegen Brasilien aufwartete und sich als großen Stürmer hinstellte, uns aber als Trottel verschrie konnte sich keine Lorbeeren verdienen. Nun arbeiteten wir uns endlich aus unseren Pennbeuteln und wuschen uns, wobei Flatterpup sich noch ganz heldenhaft unter die Dusche stellte. Nach dem Waschen wurde gefrühstückt, was man auch als Mittagessen bezeichnen konnte, da es gegen 13.00 Uhr geworden war. Bis etwa 14.00 Uhr legten wir uns noch faul in die Kohte und laberten wild durch die Gegend. Dann gings auf um das Reichs- Museum zu besuchen. Wir fuhren ganz nobel mit der Straßenbahn zum Museum. Wir staunten über die prächtigen Kunstwerke. Im Restaurant tranken wir noch eine Cola und als wir den Ausgang suchten verliefen wir uns auch noch. Schließlich standen wir wieder draußen. Wir fuhren wieder mit der Straßenbahn zurück. Den Rest des Weges mußten wir leider zu Fuß zurücklegen. Bei der Kohte angekommen wurde zu Abend gespeist, und dann Wuppers geklaute Zeitung gelesen. Dann holte Lothar seine Gitarre hervor und Fahrtensongs und Schlager wurden gesungen. Gegen 21.00 Uhr gingen wir noch in die Kneipe und gluckerten unsere 2 Bier runter. Dann spielten Bonko und Dicki Dick Dickens Billard, wobei es jetzt in ihrer Weltmeisterschaft zwei zu zwei stand. Gegen 23.00 Uhr ging es zurück zur Kohte. Es wurde noch ein wenig gelabert, dann schliefen wir ein.
gez. Meck-Meck, alias H.-D. Mühler

8. Tag
Wir krabbelten heute um 11.00 Uhr aus unseren Schlafsäcken. Dann wurde eingekauft und gefrühstückt, beziehungsweise Mittag gegessen. Um 12.00 Uhr rissen wir die Kohte ab und befreiten die Kohtenbahnen erst einmal von den Ohrenkneifern. Wir fuhren noch einmal in die Stadt, um noch einmal die Hauptpost zu besuchen. Wir erhielten alle keine Post, nur Dick kriegte gleich zwei. Als wir das erledigt hatten, gingen Dick und Panter-Mac zum Kaufhaus, wo Dick leider seinen Fotoapparat vergessen hatte. Sie kamen ohne wieder. Gegen 14.00 Uhr ging es los. Wir fuhren ungefähr 30 Minuten durch die Stadt, dann erst kamen wir ins Freie. Wir hatten noch 30 Km bis Utrecht. Unterwegs machten wir einmal Pause am Straßenrand. 15 - 20 Km vor Utrecht kamen wir an einer kleinen Bratwurstbude vorbei. Wir hielten an und kauften uns jeder eine Tüte pommes frites mit Majo. Da unser Hunger noch nicht gestillt war, kauften wir uns noch jeder eine Wurst, die ziemlich klein war. Danach fuhren wir weiter. Um 18.00 Uhr waren wir in Utrecht. Wir mußten aber leider feststellen, daß es hier keinen Campingplatz gab.

P.S.
6 Km vor Utrecht machten wir eine Rast in einer Kneipe, wo wir eine Suppe verspeisten und eine Limonade tranken. Dann wurde die Billardweltmeisterschaft zwischen Dick und Bonco fortgesetzt. Dick gewann die 5. Entscheidung knapp mit 15 : 14 und ging somit mit 3 : 2 in Führung. Dann fuhren wir weiter. So fuhren wir weiter nach Hilversum. In Hilversum fragten wir einen Kneipenbesitzer nach einem Campingplatz. Er sagte uns, daß es nach 5 - 6 Km einen geben würde. Wir fuhren weiter und fanden ihn. Wir schlugen unseren BH auf. Dann gingen Dick und ich noch einmal über den Platz, doch wir fanden nicht was wir suchten. Wir gingen zum Zelt zurück und hauten uns in die Schlafsäcke. Bald danach pennten wir ein. Vorher noch entzifferte Dick seinen intimen Brief.
Peter Bahr

9. Tag
Heute morgen scheuchte ich drei müde Gestalten aus unserem BH. Es war ungefähr 9.30 Uhr, als wir zum Waschen gingen. Danach wurde eingekauft, und gegessen. Mittagessen natürlich, denn auf's Frühstück verzichteten wir. Dann sichteten wir drei schöne Meisjes in einem Zelt hinter uns, mit denen wir uns sofort in Verbindung setzten. Wir spielten Karten, kauften uns am Milchwagen Schokolade und blinzelten dabei zu unseren Girls. Dann hatten wir immer noch Hunger, darum aßen wir noch ein Brot. Als die Mädchen einmal Wasser holen mußten, halfen wir natürlich mit den Kanister zu tragen. Als es auf den Abend zuging, kamen noch zwei deutsche Jungen aus der Nähe von Hannover. Wir fingen an zu lästern und kamen dabei ins Gespräch. Da erzählten wir ihnen natürlich, daß wir vor etwa 2 Stunden zwei Reportern des holländischen Campingclubs ein Interview gegeben hatten. Der eine hatte ein Tonband um den Hals hängen und ein Mikrophon in der Hand, während der andere mit einigen Kameras um den Bauch um unseren BH herumstrich. Der Reporter fragte uns, wo wir herkämen, was das für ein Zelt sei, ob wir auf der Erde schliefen u.s.w. Dann bedankten sie sich und stiefelten von dannen. Wir staubten während des Erzählens, alles Mögliche bei den warmblütigen Hannoveranern ab. Gegen Abend holte ich meine Gitarre und wir sangen draußen einige Songs, die laut über den Platz hallten. Daraufhin lief auch fast der ganze Campingplatz zusammen. Unter anderem selbstverständlich einige Meisjes. Unsere Mädchen waren natürlich auch dabei. Nachdem wir dieses großartige Songfestival bei uns beendet hatten, ging es bei den Mädchen weiter, bis der Campingopa uns verscheuchte, da wir anscheinend zu laut waren. Darum gingen wir in den Wald ein Stückchen vom Platz entfernt. Meine Gitarre war inzwischen kaputt. Die schönen Meisjes sangen und tanzten uns Letkiss vor, und wir grölten dazu. Dann gingen wir mit Kocher, Kaffee und Zucker zum Zelt der Hannoveraner zurück und kaffeeten dort genüßlich. Leider ließ Petrus es trotz allem noch immer regnen. Dann kam der große Abschied und wir krochen in die Pennbautel. Nach einigem Gelaber und Krach schliefen wir dann endlich ein.
Lothar Marg

10. Tag
Wir krochen aus den Zelten, so um 10.00 Uhr. Nach dem Waschen gab es dann ein universelles Frühstück im Nachbarzelt. Dann gingen Opa Crackel, Dicki Dick Dickens und Elvo einkaufen fürs Mittagessen. Dabei stolperten wir über einige Lebensmittel und Süßigkeiten, die man uns in den Weg gelegt hatte. Wir staubten unter anderem einen Käse, einen Honigkuchen und noch so einige Sachen ab. Nach dem Mittagessen gingen wir wieder los, um fürs Abendessen einzukaufen. Nach dem Abendessen trafen wir uns mit den Mädchen bei unserer Kohte. Insgesamt wurden 18 Flaschen Bier mitgebracht. Dann ging das große Saufgelage los. Um 22.00 Uhr holte so ein Zeltplatzfutzi die Mädchen aus unserem Zelt heraus. Wir aber nicht faul hatten vorgesorgt und trafen sie am Hinterausgang wieder. Auf einem einsamen Platz in der Umgebung des Platzes trafen wir uns wieder. Als alles alle war, war Peter sternhagelvoll. Wir anderen vergnügten uns auf unsere Art mit den Mädchen.
BITTE KEINE HINTERGEDANKEN !
Beim Gutenachtkuß, bei dem Lothar sein Mädchen nicht mehr loslassen wollte, strauchelte er dann noch ganz doll. Für den nächsten Morgen haben wir uns wieder mit den Damen verabredet. Es verspricht sehr interessant zu werden.
Bernd Scheidweiler

11. Tag
Nachdem wir gestern in die Nacht hineingefeiert hatten, kamen wir heute nicht so früh aus den Schlafsäcken. Es war etwa 10.00 Uhr. Nach dem Waschen wurde mit unseren neuen Freunden zusammen gefrühstückt. Danach fuhren Wupper und Hans-Georg nach Hilversum, um einzukaufen. Endlich nach 2 - 3 Stunden kamen sie bei strömenden Regen wieder bei uns an. Sie hatten für uns noch einige Zeitungen mitgebracht. Bald wurde zu Mittag gegessen, und am Nachmittag fuhren Harald und ich noch einmal los, nach Soestdyk, da Wupper ihm seine Gangschaltung kaputt gemacht hatte. Am Abend ging es dann auf zu den Mädchen. Wir waren mit 8 Mann im Zelt, so daß ein leichtes Gedränge entstand. Gegen 21.30 Uhr be- gaben wir uns auf einen Spaziergang, um dem trotteligen Camping- meister nicht in die Quere zu kommen. Wir gingen mit den Mädchen zum 3 Km entfernten Dorf Baarn. Leider waren Wupper und Hans-Georg nicht mit. In Baarn besuchten wir eine Wirtschaft und eine Snakbar, dann traten wir den Heimweg an. Gegen 2.00 Uhr kommen wir auf dem Campingplatz an. Nachdem wir uns von den Mädchen verabschiedet hatten, gingen wir zum Zelt, wo wir die beiden andern noch wach vorfanden. Schnell ging es in die Schlafsäcke, da es morgen weiter gehen sollte.
Hans-D. Mühler

12. Tag
Am Morgen wachten wir um 9.00 Uhr auf. Nach ein paar Minuten standen wir auf und wuschen uns. Um 10.00 Uhr war abgemacht, daß wir die Mädchen wecken sollten. Wir beeilten uns darum. Um 20 Minuten vor 10.00 Uhr waren wir fertig und gingen zu den Mädchen. Wir mußten aber leider feststellen, daß sie auf waren. So wurde noch ein wenig gealbert. Dann gingen wir zu unseren Zelten zurück und fingen an sie abzubauen. Als dieses erledigt war, gingen wir noch einmal zu den Mädchen zurück. Es wurde Kaffee gekocht, aber leider schmeckte er nicht, da der ganze Sott nicht sinken wollte. Wir begaben uns zu unseren gepackten Rädern, versprochen den Mädchen aber noch einmal zurückzukommen. Nun entschlossen wir uns noch einige Andenken zu kaufen. Dieses wurde in den Fahrradtaschen verstaut. Dann ging es mit den Fahrrädern noch einmal zu den Mädchen. Opa Crackel schoß noch einige Fotos mit allen Mädchen. Dann noch ein einzelnes Mädchen auf dem Ascheimer. Danach wurden noch die Adressen ausgetauscht. Um 13.00 Uhr ging es dann endlich los. Mit einem herzhaften Händedruck verabschiedeten wir uns. Harald und Jumbo begleiteten uns noch einige Kilometer. Mit uns kamen auch zwei Mädchen. Mit Händewinken trennten wir uns. Es ging nach Soetjk. In Amerfoort machten wir Mittagspause. Dann ging es weiter nach Zuthpen, hier machten wir eine Pause und schrieben Karten nach Hause. Dann ging es weiter, und kurz hinter Zuthpen fanden wir einen Campingplatz. Wir wollten unseren BH aufbauen, hatten aber keine Häringe. Die besorgten wir uns von anderen Zelten, welche, da überflüssig waren. Als der BH stand, hauten wir uns in die Pennbeutel und schliefen bald ein.
Peter Bahr

13. Tag
Wir rappelten uns um 10.00 Uhr aus den Pennbeuteln hoch. Dann stapften wir zum Waschen, und gleich danach gingen Wupper und ich einkaufen. Der Rest unseres Geldes wurde in Brot, Marmelade und Margarine umgesetzt. Dann wurde unser BH abgerissen und unsere Sachen wurden erstmal von allen Menschen gebührend bestaunt. Nach einem leichten, alltäglichen Regenguß wurde draußen alles aufgefressen, was eßbar war. Im Nu waren die Sachen gepackt, und unsere Fahrt nach Deutschland begann. In einem Ort kurz vor der Grenze wurden Zigaretten gekauft und ängstlich versteckt. Dann kam die Grenze in Sicht. Wir zückten unsere Personalausweise und machten uns auf alles gefaßt. Doch nichts geschah. Der holländische Zollmensch fragte uns, ob wir Deutsche seien und schon ging es weiter. Der deutsche Zollmensch winkte nur dusselig und faul mit der Hand, und schon ging es weiter. Bald war Nordhorn erreicht. Inzwischen wurde es Abend, und wir bekamen Hunger. Darum testeten wir jetzt die deutschen Koteletts mit Kartoffelsalat und Cola, die vorzüglich mundeten. Nach diesem feudalen Mahl hatten wir erfahren, daß der nächste Campingplatz in Lingen, 21 Km von Nordhorn entfernt sei. Wir sattelten wieder unsere Drahtesel und der Ritt gen St. Liborius ging weiter. In Lingen bezahlten wir die Gebühren, und in einer Ecke des Platzes unter einem Baum zogen wir die großartig schief stehende Kohte hoch. Jetzt gingen wir noch einmal in die DJH, die wir vor- her gesichtet hatten. Dort lächelten wir natürlich gleich wieder zwei Mädchen an. Da wir schon gegessen hatten, aßen wir eben noch einmal in der großartigen Kneipe des C.P. Einmal pommes frites, einmal Schaschlik, Cola und Bier. Während wir noch aßen, gingen die beiden Mädchen schon weg. Daraufhin verließen auch wir die Kneipe, denn inzwischen war es spät geworden. Doch es sollte noch später werden. Als wir zum Zelt zurückgingen, schlenderte ich etwas hinter den Dreien her, und natürlich nahm ich sofort Verbindung mit den beiden Mädchen auf. Ich stand erst kurze Zeit dort, als nach und nach die andern Drei ankamen. Nichts geht doch über einen guten Flirt mit vollem Magen. Wir laberten jetzt groß rum und bald saßen wir auch neben ihnen. Jetzt wurde es aber langsam kalt und darum gingen wir zum Aufwärmen nochmal in die Kneipe, wo es jetzt hoch herging. Bald mußten die Mädchen, die erst 13 und 15 Jahre alt waren, jedoch in die Kojen. Kurze Zeit später gingen wir zur Kohte, krochen in die Schlaf- säcke, laberten bis um 3.00 Uhr dummes Zeug und pennten dann selig ein.
Lothar Marg

14. Tag
Um 9.30 krochen wir völlig verschlafen aus der Kohte. Lothar sagte uns dann ganz trocken, das die beiden Mädchen schon gegen 6.00 Uhr früh an der Kohte gewesen sein mußten. Nach dem Waschen nahmen wir dann noch ein erstklassiges Frühstück ein. Der Dicke steckte einmal seinen Kopf raus, und was sah er???
Die Mädchen!
Sie hatten sich mit ihren Fahrrädern vor dem Zelt eingefunden, und lauschten unseren Kommentaren über das Essen. Natürlich waren wir im Nu draußen. Jetzt ging erst einmal eine wilde Laberei los. Dicker holte zufällig seinen Geldbeutel aus der Tasche, in dem sich ein Bild aus jüngeren Jahren befand. Eines der Mädchen erspähte es mit Adlerblick, und schon war er es los. Dicker bekam als Trostpflaster eines von ihr. Dann zückte er gleich seine Agfa Klick, und schoß ein paar Aufnahmen. Dann folgte der große Adressenaustausch. Wir hatten ingesamt 10 Adressen. 8 davon alleine von den Mädchen, die wir auf den Campingplätzen getroffen hatten. Wir rissen dann so ganz nebenbei die Kohte ab, und packten unsere Sachen auf die Räder. Dann gingen wir noch einmal in die Kneipe, und tranken alle zusammen noch eine Cola auf Sippenkosten. Nach einer Weile schwangen wir uns dann auf unsere Räder und fuhren nach Cloppenburg. Unterwegs, noch in Lingen, kamen wir an einem Kiosk vorbei, in dem es Bratwürste geben sollte. Wir stürmten ihn mit alle Mann. Aber dieser haarige Affe von Koch sagte ganz trocken: sonntags habe ich keine Würstchen. Schade nicht ? Blöde Frage. Wir mußten daher jeder mit einer Packung Bahlsen Kekse vorlieb nehmen. Bitte keine Schleichwerbung. Dann ging es weiter Richtung Cloppenburg. Als wir einige Kilometer geradelt hatten, meldete mein Drahtesel S.O.S. , er hatte einen Platten. Wir, ja schon darauf trainiert, flickten ihn in Rekordzeit. Wir hatten das Gepäck schon wieder drauf, als er sich ein zweites Mal meldete. Also alles wieder von vorn. Wir pumpten ihn gerade wieder auf, als ein alter Mann vorbei kam. Er hatte gewaltig getankt, und laberte uns an. Dann ging es weiter nach Cloppenburg, wo wir um 19.25 Uhr ankamen. Wir bekamen gerade noch den Zug nach Oldenburg um 19.33 Uhr. Von Oldenburg ging es nach Bremen. Als wir hier ankamen war es 21.00 Uhr. Wir schwangen uns auf unsere Räder und fuhren zu meinen Großeltern. Hier aßen wir nicht, sondern wir fraßen was die Socken hielten. Dann hauten wir uns in unsere Pennbeutel und hörten noch ganz gepflegt Top-Ten Hitparade. Beim 12. Hit pennten wir seelig ein. Wir hatten vorher aber das Radio ausgeschaltet.
Bernd Scheidweiler

15. Tag
Da wir die Nacht bei Wuppers Großeltern verbrachten, konnten wir es uns an diesem Morgen leisten, erst spät aufzustehen. Wir waren auch nicht gerade früh ins Bett gekommen. Etwa gegen 10.00 Uhr waren wir unten. Nach dem Waschen wurde endlich einmal wieder feudal gefrühstückt. Die Tage vorher gab es schmale Kost. Nach dem Frühstück wurde Wuppers Rad geflickt. Das war das 6. Mal. Zur Abwechslung war das Vorderrad platt. Während Peter und ich Wuppers Fahrrad flickten, schrieben Lothar und Wupper Chronik. Wir gedachten danach die Sachen zu packen und loszufahren, wurden dann aber eines besseren belehrt, wir wurden aufgefordert, auch noch zum Essen zu bleiben. Wir wollten zwar erst nicht so recht, wurden aber überzeugt zu bleiben. Nach einem reichhaltigen Mittagessen legten wir uns noch einen Moment auf unsere Schlafsäcke. Dann ging es ans packen. Es ging sehr schnell. Bald waren die Sachen auf dem Fahrrad, und wir verabschiedeten uns und bedankten uns noch einmal für alles, denn wir hatten auch Reiseproviant mitbekommen. Der Proviant wurde bei der nächsten Rast verzehrt. Als wir weiterfuhren riß uns nach 200 m die Packtasche ab, die schon die ganze Zeit am seidenen Faden hing. Sie mußte nun kunstgerecht verpackt werden, was uns noch einige Kopfschmerzen bereitete. Jetzt ging es ohne Zwischenfälle in Richtung Ottersberg, von hier aus sollte es weiter nach Zeven gehen. Zuvor jedoch wurde Wuppers Tante besucht. Hier wurden wir zum Essen aufgefordert, und nahmen an. Außerdem bot man uns an, noch eine Nacht zu bleiben, da es schon zu spät war weiterzufahren. Wiederum wollten wir erst nicht, blieben dann aber doch. Wir gingen in das kleine Gartenhaus, um hier zu übernachten. Es war sogar Angelgelegenheit gegeben, da die Wümme direkt vor diesem Haus langfließt. Da uns jedoch Zweifel aufkamen, ließen wir es doch. Gegen Abend gingen wir noch einmal durch das Dorf, stellten jedoch fest, daß hier nicht viel los war und kamen bald zurück. Wir holten uns noch einige Zeitungen aus dem Haus und zogen uns dann zurück. Hier angekommen ging es in die Schlafsäcke und dann wurde gelesen. Bald darauf pennten wir ein.
Hans-D. Mühler

Letzter Tag
Heute standen wir um 9.00 Uhr auf, aßen bei Wuppers Tante, nahmen 4 Flaschen Beck's mit und machten uns auf den Heimweg. Dann starteten wir von Ortsschild zu Ortsschild die "Tour durch den Kreis Bremervörde" bei der Rubi, alias Dicki Dick Dickens, alias Flatterpup, alias Lothar Marg nicht zu schlagen war. Gegen 13.00 Uhr erreichten wir Bremervörde und fuhren alle, von einer wunderschönen Hollandtour zurück, zu Muttern.
Lothar Marg

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