1963-2_4

1963-2 Großfahrt der Sippe "Seeteufel" nach Schweden 1963

Teilnehmer:
Peter Senger - Leo
Uwe Mählmann - Mehli
Reiner Hilpert - Reiner
Klaus Buck - Affe
Klaus Deutelmoser - Deutel
Wolfgang Meincke - Otto

1.Tag 27.07.1963
Morgens um 3 Uhr mußten wir an diesem Tage aufstehen. Die Affen waren schon gepackt und so stand der Abreise nichts mehr im Wege. Wir fuhren mit zwei Wagen zum Stader Bahnhof. Wir fuhren in Stade um 5.32 Uhr nach Hamburg ab. In Hamburg mußten wir in den Fernzug Hamburg - Lübeck - Neustadt - Puttgarden umsteigen. Für diese Strecke benötigten wir etwa 5 Std. In Puttgarden mußten wir durch die Paßkontrolle und anschließend auf das Fährschiff "Deutschland". Die Überfahrt dauerte 80 Min.
Als wir in Rödby ankamen hatten wir einen Aufenthalt von 90 Min. um danach bis Kopenhagen zu fahren. In Kopenhagen mußten wir in den Fernzug nach Göteburg umsteigen. Von Kopenhagen aus fuhren wir nach Helsingör, um von dort mit der Fähre nach Helsingborg zu fahren.
In Helsingborg hatten wir wieder einen Aufenthalt von 90 Min. und warteten auf die Paßkontrolle, die nicht kam. Danach fuhren wir in Helsingborg um 18 Uhr ab und kamen in Göteborg um 22.10 Uhr an. Von dort fuhren wir nach Mellerud wo wir um 0.30 ankamen.

2.Tag 28.07.1963
Heute morgen gingen wir 9 km bis zum Strand von Vita Sonnar. Um 13.30 Uhr waren wir wieder in Mellerud. Von dort gingen wir 16 km bis Dalskog. In Dalskog kamen wir um 17.30 Uhr an. Wir bauten unsere Kohte an einem Bergsee auf.

3.Tag 29.07.1963
Wir schlafen heute bis 9 Uhr. Deutel, Affe, Reiner und Otto bauten die Kohte ab, während Mehli und Leo zum Einkaufen gehen. Danach wird zum ersten mal Knäcke-Brot gegessen. Danach wird gebadet (tolles Wasser). Otto kommt beinahe ins Wasser. Dann brechen wir auf ..... zum Kaufmann, wo 15 gemacht wird. Wir brechen endlich auf, ohne Reiner, der mit dem Zug fährt, wegen seines schlimmen Fußes (sagt er). Unterwegs schmeißen wir noch einen Volkswagen um, während Otto seinen großen Durst (sprich: Kömreaktor) stillt. Singend ziehen wir in Häverud ein und begrüßen unseren "schwerkranken" Reiner auf dem Bahnhof. Wir suchen einen Kohtenplatz, essen Knäcke-Brot und ziehen los ins Dorf. Wir machen Bekanntschaft mit der Dorfjugend von Häverud und singen mit ihnen voller Hoffnung auf einen guten Kontakt. Anschließend gehen wir schlafen.

4.Tag 30.07.1963
Wir stehen heute um 8.30 Uhr auf und essen unser restliches Knäcke-Brot mit 2 Abstinenzlern. Wir ziehen los zum Kaufmann und kaufen Spaghetti mit Backobst und Knäcke-Brot. Dann wird von Deutel, Otto und Reiner das Essen bereitet, während Affe, Mehli und Leo nach Upperud ziehen. Das Essen wird in Etappen gegessen. Es ist das erste warme Essen. Dann ziehen wir nach Asenbrock, wo wir Liesbet Kaitensen trafen. Abends sangen wir in Häverud.

5.Tag 31.07.1963
Wir standen nach guter Nacht um 7.30 Uhr auf und wuschen uns. Dann wurde gefrühstückt. Mehli und Affe gingen einkaufen. Leo fuhr nach Mellerud zum Holzschuhe kaufen. Reiner, Otto und Deutel suchten Holz für das Feuer. Als Mehli und Affe zurück waren, wurde in der Kohte gekocht. Es gab Reis, er war ein "wenig" dick geworden. Dann ruhten wir uns ein wenig aus. Danach unternahmen wir eine kleine Wanderung. Leo war nicht dabei. Um 13 Uhr erreichten wir unser Zelt. Nach kurzem Schlaf kam Leo mit den Holzschuhen zurück. Es waren braune. Vorher hatten Mehli und Deutel weiße Schuhe für Deutel gekauft. Dann wurden die Schuhe angepaßt. Kurz darauf aßen wir Abendbrot. Als alle satt waren, zogen wir uns um und gingen zur Kantine und tranken Coca-Cola. Als es bereits zu dämmern begann, gingen wir mit einigen Freunden zu unserer Kohte und sangen am Feuer einige Lieder. Um 22 Uhr verabschiedeten sich unsere Freunde und wir gingen schlafen.

6.Tag 01.08.1963
Nach langem Schlaf standen wir um 9 Uhr auf. Schnell wuschen wir uns und frühstückten. Dann bauten wir die Kohte ab und packten unsere Affen. Um 11 Uhr maschierten wir von Häverud in Holzschuhen los. Schon nach 2 km hatten wir keine Lust mehr in den Pantinen zu laufen. Wir zogen unsere Stiefel an und gingen weiter. Deutel kam nicht mit, wie die andern, ihn drückte eine Blase, und er schwitzte sehr. Wir waren 6 km gegangen, da machten wir Mittagspause und badeten in einem See. Auf der anderen Seite des Sees lag ein Boot, mit dem wir 1/2 Std. paddelten. Dann gingen wir weiter nach Tisslskog wo wir einkauften. Um 18 Uhr zog ein Gewitter auf und wir bauten unsere Kohte direkt an einem See auf. Es wurde eingeräumt und etwas Holz gesucht, da fing es auch schon an zu regnen. Affe nahm seinen Poncho und wollte angeln. Er fing aber nichts. Reiner, Otto und Deutel kochten eine Suppe. Sie schmeckte nicht schlecht. Dann wurden die Eßgeschirre abgewaschen und die Feuer- stelle wurde dichtgemacht. Dann gingen wir schlafen.

7.Tag 02.08.1963
Wir standen heute schon um 6 Uhr auf, denn wir wollten heute bis zum Mittag 20 km zurücklegen. Wir wuschen uns, wobei Otto noch ins Wasser fiel. Dann aßen wir, packten unsere Sachen zusammen und marschierten um 8.30 Uhr los. Unterwegs trafen wir noch einen Deutschen. Ottos "Kömreaktor" war bis auf 0 gesunken, und wir holten Wasser, um ihn aufzufüllen. Dann gingen wir nach Laxcarby. Dort trafen wir um 11 Uhr ein. Wir warteten bis 14 Uhr, weil die Geschäfte zu hatten. Wir kauften ein. Dann fing es an zu regnen. Wir zogen unsere Regenmäntel an und gingen zu einem nahegelegenen See, wo wir unsere Kohte aufbauten. Dann badeten wir. Um 22 Uhr legten wir uns schlafen.

8.Tag 03.08.1963
An diesem Tag wollten wir einen Ruhetag einlegen. Deshalb schliefen wir bis 11 Uhr. Dann gingen Affe, Mehli und Leo ein kaufen. Als sie zurückkamen war schon alles zurechtgemacht. Es gab Pfannkuchen. Otto war unser Spezialist darin. Er verstand es, uns ein schmackhaftes Essen zu bereiten. Nach dem Essen wuschen wir die Eßgeschirre ab, badeten, aßen Bickbeeren und sonnten uns. Um 17 Uhr aßen wir dann Abendbrot. Dann sangen wir noch einige Lieder und legten uns um 22 Uhr zur Ruhe.

9.Tag 04.08.1963
Um 5 Uhr stehen wir heute auf. Wir packen unsere Sachen und marschieren los. Es ist heute ein wenig bewölkt und so angenehm zu wandern. Die Gegend ist sehr einsam. Wenn wir ein Haus sehen stürzten wir drauf zu, um Wasser zu
holen. (besonders Otto) Bis 12 Uhr sind wir schon eine ganz schöne Strecke gewandert, ungefähr 15 km. Wir essen zu Mittag Knäcke-Brot und als Nachtisch Blaubeeren. Um 14.30 Uhr marschieren wir nach einem erfrischendem Bad weiter. Wir gehen stramm weiter und gingen bis nach Värbik. Wir können gerade noch für den nächsten Morgen Brot einkaufen. Nach unserem gewaltigem Marsch pennen wir endlich ermüdet ein.

10.Tag 05.08.1963
Trotz des gewaltigen Masches von gestern stehen wir um 5 Uhr auf. Wir hauten noch einen ordentlichen Berg von Knäcke-Brot in uns hinein und wanderten los. Das Wetter ist herrlich und bald fangen wir an zu schwitzen. Um
11 Uhr haben wir 10 km hinter uns gebracht. Wir halten in Gunnesbyen an und kochen einen Fraß, den man gerade noch essen kann. Es wurde Beton (Reis) geschüttet. Nach dem Essen kauften wir noch einmal Proviant ein. Dann geht es durch die Wildnis. Wir laufen nach Kompaß und Karte und dies ist, wie wir hier feststellen, nicht sehr einfach. Nach
8 km kommen wir zu einem Hof, bei dem wir um Wasser bitten. Wir werden jedoch gleich zum Abendbrot eingeladen, welches uns allen sehr gut schmeckt. Abends singen wir noch den Leuten deutsche Volkslieder vor.

11.Tag 06.08.1963
Am nächsten Morgen stehen wir wieder früh auf und bekommen noch ein Frühstück. Nach herzlichem Abschied wandern wir weiter. Wir sind gut in Form, und so kommen wir ein gutes Stück vorwärts. Bis zum Mittag schaffen wir es bis Ärjäng. Endlich haben wir unser Wanderziel erreicht. Wir bauen unsere Kohte am See auf, in der Nähe eines Sprungturms auf, von dem Leo für 2 Kronen runterspringt. Nach dem Baden packen wir uns hin und pennen bis zum Abend. Wir latschen noch mit Gitarre in die Stadt und singen ein wenig und lernen einige Jungen kennen. Um 23 Uhr packen wir uns in die Kohte und pennen ein.

12.Tag 07.08.1963
Es wird heute um 8 Uhr aufgestanden, denn wir wollen heute mit der Bahn nach Gustavsfors, wo wir am späten Nachmittag ein treffen. Wir gehen zum Baden in einen Kanal und wandern dann wieder zum Bahnhof zurück und spielen dort bis 2 Uhr Karten. Wir haben keine Lust unsere Kohte aufzubauen, und so packen wir uns auf das steinige Gelände. Aber schlafen können wir nicht, weil hier unheimlich viel Mücken sind. Weil es regnete versuchen wir zuerst auf den Stühlen vor dem Kiosk einzuschlafen. Nachdem der Regen nachgelassen hat, wickeln wir uns in unsere Ponchos und pennen bis zum Morgen.

13.Tag 08.08.1963
Nach dem Essen packen wir unsere Sachen zusammen und fahren nach Bengtsfors, wo wir uns mittags Nudeln mit Makkaroni kochen. Erst wollten wir unsere Kohte nicht aufbauen, doch durch den Regen werden wir dazu gezwungen. Es regnet den ganzen Nachmittag und auch am Abend, an dem Reiner, Mehli und Leo zum Bums gehen, zur "Little-Gerhard-Show"

14.Tag 09.08.1963
Am Morgen wurde die Kohte sofort abgebrochen und die Affen neu aufgepackt. Dann wurde gefrühstückt, nach dem Essen gingen wir sofort zur Bahn und brachten unser Gepäck dorthin. Wir wollten uns Bengtsfors jetzt erst einmal richtig ansehen. Bengtsfors ist ein Ort von ungefähr 3000 Einwohnern. Mehli und Leo besuchten noch ihre Freundinnen, während Affe, Deutel und Reiner durch das Dorf bummelten. Um 10 Uhr geht dann unser Zug nach Häverud. Wir kamen um 11.30 Uhr in Häverud an. Wir bauten unsere Kohte in einem Park auf. Heute gab es zu Mittag wieder Beton (Reis), den Otto und Deutel kochten. Nach dem Essen gingen wir erst einmal ins Dorf und wanderten dann weiter nach Asensbrück wo wir Liesbeth noch einen kleinen Besuch abstatten wollten. Wir kamen jedoch zu einer ungünstigen Zeit, denn Liesbeth war nicht anwesend. So wanderten wir dann einmal um den See nach Häverud. Wir kamen um 18 Uhr in Häverud an. Sofort wurde das Abendbrot bereitet. Nach dem Essen sangen wir noch einige Lieder. Dann wollten wir noch einen Schlager einüben, da klimperte Leo so stark auf der Klampfe, das eine Saite in Eimer ging. Leo probierte alle Saiten durch, aber es wollte nicht hinhauen. So wurde ohne Saite gespielt. Um 20 Uhr gingen wir dann zum Kiosk, dort kaufte sich jeder eine Coca. Um 20.30 Uhr traten einige Flickas an uns heran, ob wir nicht mit zum Krebsfang kommen wollten. Wir willigten sofort ein und gingen mit. Die Flickas führten uns an einen See. Wo eine kleine Landzunge in den See reichte hatten sie ihre Netze gelegt. Wir machten uns daran Feuerholz zu holen, um ein Lagerfeuer zu entfachen. Als dies geschehen war, setzten wir uns alle um das Feuer. Wir mußten natürlich gleich zu singen anfangen. Die ganze Nacht über fingen wir nur drei Krebse. So durchwachten wir die Nacht.

15.Tag 10.08.1963
Um 7 Uhr machten sich Leo und Mehli auf den Weg nach Mellerud. Sie wollten per Anhalter fahren, aber sie hatten kein Glück. So fuhr Leo allein mit dem Bus nach Mellerud. Gefrühstückt haben wir an diesem Morgen nicht, denn wir waren so müde von der durchwachten Nacht. So legten wir uns bis Mittag in die Schlafsäcke. Mittags holten wir die Kohte und bauten sie am See wieder auf. Für den Abend hatten wir uns die Flickas wieder eingeladen. So wurden jetzt die Vorbereitungen für den Abend getroffen. Wir bauten uns zum Sitzen eine Überdachung. Zum Abendessen rührten wir uns einen Kruppenteig an, der uns allen mundete. Um 24 Uhr verabschiedeten sich die Flickas von uns, die wir noch nach Hause brachten. Dann legten wir uns schlafen.

16.Tag 11.08.1963
Wir schliefen diesen Morgen bis um 10 Uhr. Wir gingen gleich baden. Otto ging gleich mit seiner schönen Trevirahose baden. Zum Mittag gab es Gemüse mit Kartoffeln. An diesem Tag wird weiter nichts mehr unternommen. Am Abend gingen wir wieder zum Kiosk und sangen einige Lieder. Aber es fing bald an zu regnen, so daß wir aufhören mußten. So kamen wir diesen Abend einmal früh zum schlafen.

17.Tag 12.08.1963
Heute ist unser letzter Tag in Häverud. Wir wollten dashalb nicht mehr viel unternehmen. Zum Mittag machten wir uns Nudeln mit Backobst. Am Nachmittag besuchten wir dann noch einmal Liesbeth, aber diesmal hatten wir mehr Glück, denn sie war anwesend. Um 17 Uhr verabschiedeten wir uns dann wieder und gingen nach Häverud zurück. Nach dem Abendbrot fanden wir uns dann wieder am Kiosk ein. Wir sangen noch einige Lieder dann verabschiedeten wir uns von unseren Freunden aus Häverud.

18.Tag 13.08.1963
Um 6.30 Uhr standen wir heute auf, wuschen uns und bauten die Kohte ab. Dann wurde gefrühstückt. Hiernach wurden die Sachen aufgepackt. Dann ging es zum Bahnhof. Um 9 Uhr fuhr unser Zug ab nach Göteborg, wo wir um 11.30 Uhr
ankamen. Bis zum nächsten Zug hatten wir noch 2 Std. Zeit, so sahen wir uns Göteborg an.
Um 13.30 Uhr fuhr dann unser Zug nach Helsingborg, wo wir um 17.50 Uhr eintrafen. Von dort wurde der Zug auf die Fähre verfrachtet.
In Kopenhagen kamen wir um 19 Uhr an. Dort hatten wir wieder einen Aufenthalt von 1 1/2 Std., so bummelten wir dann noch in Kopenhagen herum. Wir wollten noch in den Tivoli hinein, aber wir hatten kein Geld mehr.
Um 20.30 Uhr ging dann die Fahrt weiter nach Rödby, von dort auf die Fähre nach Puttgarden.

19.Tag 14.08.1963
Wir erreichen Puttgarden um 1 Uhr. Im Zug von Puttgarden nach Hamburg mußten wir dann D-Zug-Zuschlag bezahlen. Das war ein Schlag ins Portemonnaie. Wir kamen um 3 Uhr in Hamburg an und hatten noch einen Aufenthalt von 2 Std. ehe wir nach Stade fahren konnten. Wir kamen um 7.20 Uhr in Bremervörde an. Wir waren alle hundemüde, denn wir hatten die ganze Nacht nicht geschlafen.

Als Schlußwort muß noch gesagt werden: DAS WAR EINE GELUNGENE GROßFAHRT

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