1959-3_4

1959-3 Hollandfahrt der Sippe "von Zesterfleth"

Teilnehmer:
Klaus Buck (Affe)
Rolf Burfeind (Nuffy)
Karl Drewes (Korl)
Rainer Hilpert
Friedhelm Grabbe
Axel Mülter
Peter Reese

Horst Reimers (Schweinchen)
Dieter Schubert (Fuzzy)
Ernst-Wilhelm Wagner (Oskar II)

Sippenführer: Horst Reimers (Schweinchen)


Hat jemand noch Aufzeichnungen, Bilder, usw.?


Hollandfahrt   xx.7.1959 - 15.8.1959

Bremervörde - Osterholz-Scharmbek - Ganderkesee - Wildeshausen - Cloppenburg - Lingen - Nordhorn - Denekamp (Grenze) - Almelo - Deventer - Epe - Harderwijk - - Amsterdam - - Harderwijk - Apeldoorn - Lochem - Hengelo - Arnhem - Nijmegen - Venlo (Grenze) - Wesel - Rheine - Bersenbrück - Diepholz - Bassum - Bremen - Worpswede - Bremervörde

Blatt 1 und 2 fehlen (wer hat diese noch?)

Blatt 3

31.7.1959
An diesem Tag ging es durch die herrlichen Waldgebiete des östlichen Hollands nach Harderwijk am Isselmeer. Abends kamen wir im strömenden Regen dort an. Wir schliefen bei einem Bauern. In Harderweijk konnte man hinter einem Streifen Meereswassers den ersten großen kultivierten Polder Hollands sehen. Es ist eine große Fläche, die nur mit Gras bewachsen ist. Die einzige Siedlung heißt Delystadt und liegt 25 km von Harderweijk entfernt. Durch diese Entfernung kann man die Größe des Polders ermessen.

1.8.1959
Heute hatten wir ein großes Erlebnis. Mit dem Schiff ging es um 9:00 Uhr morgens los in Richtung Amsterdam. Dort machten wir eine Rundfahrt mit den in aller Welt berühmten Glasbooten. Wir fingen etwas von der unnachahmlichen Athmosphäre dieser Weltstadt ein, die man auch das Venedig des Nordens nennt. Die Rundfahrt durch Amsterdam dauerte 1 1/2 Stunden. Nur einige Sehenswürdigkeiten seien aufgezählt: Die magere Brücke, Geldturm des Hauses, in dem Anne Frank lebte, das schmalste Haus Amsterdams (1,20m breit). Außerdem die ungezählten Brücken und Grachten, der Welthafen Amsterdam. Mit dem Schiff fuhren wir zurück nach Harderwijk. Wir kauften ein und weiter ging es in Richtung Apelddoorn. Nach etwa 300m sahen wir neben der Straße ein Pfadfinderlager. Bei näherer Erkundigung stellte es sich heraus, daß dieses das Lager war, an dem wir mit Eerbecker Pfadfindern teilnehmen wollten. Wir durften unsere Kohte zur Freude der anderen im Lager aufstellen.

2.8.1959
Am nächsten Tag war Ruhetag im Lager. Nach dem Mittagessen fuhren wir an das Isselmeer, um zu baden. Wir blieben dort 3 Stunden. Nach unserer Rückkehr wurden wir von einem Trupp aus Harderwijk zum Fußballspielen eingeladen. Wir spielten unentschieden. Hinterher luden uns die Holländer ein, an ihrem Campfuer (Lagerfeuer) teilzunehmen. Wir nahmen die Einladung an und gingen hin. Wir verbrachten den Abend mit Singen und Sketchen am Feuer. Die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Harderwijker hat uns stark beeindruckt. Wir beendeten das Treffen mit unserem Bundeslied, die Holländer mit dem ihren.

3.8.1959
Am Morgen verabschiedeten wir uns von den Holländern aus Harderwijk, nachdem wir Adressen austauschten und ein Abschiedslied gesungen hatten. Die Fahrt ging an diesem Tag bis Deventer erneut in das Trupphaus.

4.8.1959
Heute blieben wir in Deventer und besichtigten die Stadt und den Markt.

5.8.1959
Heute war der Tag, an dem wir in das Lager der Deventer Pfadfinder fuhren. Es lag bei Beckum (Hengelo). Dort schlugen wir die Kohte auf. Am Abend machten wir wieder ein gemeinsames Lagerfeuer mit den Pfadfindern aus Deventer. Wiederum lernten wir gute Freunde kennen.

6.8.1959 + 7.8.1959
Die nächsten Tage blieben wir im Lager und lernten in persönlichen Gesprächen die holländischen Pfadfinder kennen. Wir fuhren zu einem berühmten Bad in der Nähe Hengelos und sahen uns Hengelo an. In der letzten Nacht vor unserer Abfahrt nahmen wir noch an einem Nachtgeländespiel der Holländer teil.

8.8.1959
Heute fuhren wir bis kurz vor Arnhem. Wir fuhren erst nach dem Mittagessen los, weil wir uns vorher noch von den Holländern verabschiedeten, mit denen wir 3 Tage lang im Lager gelebt hatten. Wir haben den Trupp aus Harderwijk nach Bremervörde eingeladen.

Blatt 4 (Skizze: Amsterdam, Deventer)

Blatt 5
9.8.1959
Den heutigen Tag haben wir damit angelegt, Arnhem, die schönste Stadt Hollands zu besichtigen. Es war ungeheuer interessant, durch diese schöne Stadt zu gehen mit den vielen Sehenswürdigkeiten. Am Abend fuhren wir weiter nach Nijmegen. Es war ein herrliches Bild, auf der Umgehungsstraße von der hohen Brücke über den Waal auf das nächtliche Nijmegen niederzublicken. Die Stadt war hell erleuchtet und die vielen Kirchtürme von allen Seiten hell mit Scheinwerfern angestrahlt. Kurz hinter Nijmegen suchten wir einen Schlafplatz und waren auch bald eingeschlafen.

10.8.1959
Heute ging es weiter in Richtung Venlo an der wunderschönen Maas entlang. 2 km vor Venlo machten wir halt, denn ein Gewitter ließ kein Weiterfahren mehr zu. Bei einem netten Bauern fanden wir Aufnahme für die Nacht.

11.8.1959
Heute kauften wir zum letzten Mal in Holland ein, und zwar in Venlo, das wir uns ausgiebig besahen. Um 11:20 Uhr überschritten wir die Grenze. Heute kamen wir bis Wesel, wo wir neben der Rheinbrücke aßen und den vielen Rheinkähnen nachsahen.

12.8.1959
Durch das schöne Westfalen ging es in Richtung Rheine. Wir kochten nicht ab, denn wir haben noch eine lange Strecke vor uns und müssen am 15. zu Hause sein. Kurz vor Rheine trafen wir einen jungen Mann, der uns einen idealen Zeltplatz zuwies, in der Nähe einer Badegelegenheit. Wasser zum Trinken war vorhanden. Die Molkerei des kleinen Ortes lag auch nahe. Obwohl ein nahes Kalkwerk die ganze Nacht lärmte, waren wir bald eingeschlafen.

13.8.1959
Unser Erwachen war heute morgen nicht so friedlich. Wir stellten nämlich fest, daß wir auf einem großen Ameisenhaufen gelegen hatten. Wir packten unsere Sachen und los ging's in Richtung Diepholz. Jedoch mußten wir bei Bersenbrück halt machen. Dort blieben wir bei einem Heuschober.

14.8.1959
Heute hatten wir die schwerste Etappe unserer etwas eiligen Rückfahrt zu bestehen. Über Diepholz, das wir uns ausgiebig ansahen, ging es bis kurz vor Bremen. Dort übernachteten wir in einem kleinen Wald neben der Straße. Wir sollten aber nicht lange ruhig schlafen. Da das Wetter am Tag vorher gut gewesen war und auf keine Änderung schließen ließ, schliefen wir unter freiem Himmel. Jedoch gegen 1:00 Uhr zog ein schweres Gewitter auf, das in einem fürchterlichen Regen endete. Wir wurden bis auf die Haut naß. Einige hatten noch trockene Sachen und liehen am nächsten Morgen diese den anderen.

15.8.1959
Der letzte Tag der Großfahrt war gekommen. Zum letzten Mal packten wir unsere Sachen und fuhren los in Richtung Bremen. Durch Bremen über Worpswede, Karlshöfen, Spreckens ging es nach Hause. Unser Abschlußkreis kurz vor Spreckens ließ uns noch einmal an unsere Fahrt zurückdenken. Von Anfang bis Ende. Mit einem kräftigen "Gut Pfad" war unsere Großfahrt zu Ende.

Schlußwort:
Wir hatten uns lange darauf gefreut, die Fahrt durchzuführen. Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Landschaftlich sehr schön ist Holland ein ideales Fahrtenland. Das Wichtigste jedoch ist: Wir glauben, etwas zur Verbrüderung der Pfadfinder in aller Welt und zur Verständigung des deutschen und des holländischen Volkes beigetragen zu haben. Wir werden uns noch lange an dieses schöne Land erinnern und die Gastfreundschaft der Holländer nicht vergessen. Vergessen möchten wir auch nicht, denen zu danken, die durch ihre Unterstützung dazu beigetragen haben, daß wir diese eindrucksvolle Fahrt durchführen konnten.

Die Sippe von Zesterfleth
im Bund Deutscher Pfadfinder

Erstellt von: ???

Blatt 6 (Skizze der Fahrtroute)

 

Höhepunkte aus den Fahrtennotizen:
Weitere Erlebnisse, sowie Texte zu den nachfolgend aufgeführten Themen bitte an info@fliegender-pfeil.de

Nordhorn - Prickelndes Gefühl am Grenzübergang

Hinter der Grenze - Gemüsehändlerin mit Herz

Fußballspiel mit Holländern. Denekamp

Speichenbruch - Korl hatte immer wieder Probleme

Geklaute Kartoffeln ungewaschen beim Bauern gekocht - Sand im Labskaus

Harderwijk - Fährschiff-Ausflug nach Amsterdam

Amsterdam - Grachtenrundfahrt

Ein Bernhardiner hatte es auf Korls Hinterrad abgesehen - Plattfuß

Huhn geklaut - Bauer nach Übernachtungsmöglichkeit gefragt - Im Schweinestall auf Stroh gebettet

Eine Übernachtung auf angenehm weichem Boden - auf Ameisenhaufen

Zufälliges Treffen im holländischen Pfadfinderlager

Ein leerstehendes Gebäude für Übernachtung und notwendige Trocknung der Textilien (Deventer)

Die Erdnussbutter in Verdacht - Häftiger Durchfall von allen Sippenmitgliedern

Die mit Grünspan besetzten Wasserhähne und der eigenartige Wassergeschmack

Grenzübergang Venlo -Wesel

Maas-Überquerung - schwimmend an kreuzenden Lastkähnen vorbei

Letzte Übernachtung kurz vor Bremen mit Fahrtenkassensturz - Schweres Gewitter direkt über uns - Alles naß!

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