1959-1

1959-1 Großfahrt der Sippe "CHRISTOPH VON ISSENDORF" nach Schleswig - Holstein 1959

Teilnehmer:
Bodo Ettling
Gustav-Adolf Deutelmoser (Püster)
Manfred Martins (Manne)
Peter Möller
Peter Senger
Uwe Claus (Caul)
Gunter Vogt
Hans-Hermann Ruhsam (Qualle)
Hein-Arne zum Felde (Witzi)

Sonntag, 19.07.1959
Fahrtroute: Bremervörde - Lamstedt - Basbeck - Osten - Wischhafen Glückstadt - Wilster - Burg - Wolmersdorf. Wir wollten um 6.00 Uhr abfahren, aber da Witzi verschlafen hatte, konnten wir erst um 6.50 Uhr abfahren. Als wir in Basbeck an der Fähre ankamen, kam dort gerade ein Bus mit Amerikanern an. Wir lästerten sehr über sie. In Wischhafen angekommen, kam dort gerade die Fähre an. Neben uns saßen zwei Jungen die, weil sie neben uns saßen und der Schaffner dachte, das sie zu uns gehörten, nicht zu bezahlen brauchten. 5 Km hinter Glückstadt hatte Witzi die erste Panne. Die Stör-Fähre zu der wir jetzt kamen, war ein billiges Ding. Kurz vor Burg badeten wir in einem dreckigen Fluß. Dann kamen wir endlich auf eine Fähre, die nichts kostete, sie führte über den Nord-Ostsee-Kanal. Zwischen Burg und Hochdonn hatte Witzi die 2. Panne. Caul und Witzi fuhren ins nächste Kaff und kauften einen neuen Schlauch. Hierauf fuhren wir nach Wolmersdorf zu Gunters Tante. Wir wurden sehr freundlich mit Erdbeeren und Brause empfangen. Wir bauten die Kohte auf und gingen in der Tonkuhle zum Baden. Abends kriegten wir noch Tee und Marmeladenbrote.

Montag, 20.07.1959
5.30 Uhr aufgewacht. Manne und Peter Möller schossen mit Witzis altem Fahrradschlauch. 6.30 Uhr aufgestanden und zum Baden gegangen. Nach diesem Morgenbad brauchten wir ein Frühstück. Das bekamen wir bei Gunters Verwandten. Anschließend teilten wir uns. Püster und Witzi gingen in die Stadt, um Peters Packtaschen nähen zu lassen. Der Rest streifte in der Gegend umher, um Kartoffeln zu besorgen. Die Gruppe mit den Packtaschen fand keinen Sattler und ging ins Freilichtmuseum. Das Museum war ein altes Bauernhaus mit derselben Einrichtung wie vor 200 Jahren. Die Gruppe, die Kartoffeln besorgen wollte, suchte erst lange nach einem Kartoffelfeld. Als sie endlich eins gefunden hatten, nehmen Caul und Hans-Hermann den Specksack und begannen Kartoffeln aufzusuchen. Plötzlich ein Warnpfiff von Manne, schnell warf Caul den Sack in die Kartoffeln. Alle setzten sich geschwind an den Weg und warteten was da kommen würde. Es war ein Bauernjunge, der Wurzeln am Feld nebenan ausziehen wollte. Er sah sofort den Sack und fragte: "Wißt Ihr, wer hier Kartoffeln geklaut hat ?" "Nein, wir haben keinen gesehen". Hierauf ging der Bauernjunge mit dem Specksack und den Kartoffeln weg. Bald darauf zogen die Kartoffelklauer hinterher. Mittags gab es Labskaus (schmeckte gut). Hinterher aßen wir bei Gunters Tante Pudding. Gleich darauf fuhren wir los. Wir fuhren bis Meldorf und gingen dort von 14.30 bis 18.30 Uhr in die Badeanstalt. Danach fuhren wir weiter. Kurz vor Fiel hielten wir an und aßen zu Abend mit Milch vom Bauern. Auf einmal lief Hans-Hermann in die Wiese und ließ die Hose runter, aber es kam nichts. Wir fuhren jetzt weiter mit Licht. Bei der Hohnerfähre Potsdamer getrunken.
Fahrtroute: Meldorf - Fiel - Tellingstedt - Lüdersbüttel - Dellstedt - Hohnerfähre - Christiansholm - Altbennebeck

Dienstag, 21.07.1959
Fahrtroute: Altbennebeck - Kroop - Jagel - Schleswig - Haddeby
Wir fuhren immer noch seit gestern. In Knopp schreit auf einmal einer "Halt! Polizei!" Wir halten an. Ein Kerl in Feuerwehruniform steht vor uns. Peter fragt: "Können sie uns mal Ihren Ausweis zeigen?" Da zieht der Feuerwehrmann ab und sagt: "Ihr seht doch, daß ich einen in der Krone habe." Wir fuhren weiter bis Folk und hauten uns in den Wald, um dort zu schlafen. Die Kohtenbahnen werden auf den Boden ausgebreitet und wir legen uns samt Schlafsäcken darauf. Aber mitten in der Nacht wurden wir von Ameisen aufgescheucht. Wir legten uns auf den Feldweg und schlafen weiter.
Um 8.00 Uhr fuhren wir durch Schleswig weiter nach Haddeby, und bauten dort im Naturschutzgebiet direkt auf Haithabu die Kohte auf. Während Caul und Püster ins Dorf fahren und einkaufen, gehen die anderen baden, bis das Essen fertig ist. Dann fahren Manne, Caul, Peter Möller, Peter Senger und Hans-Hermann nach Schleswig, um nach Hause zu schreiben. Bodo, Gunter und Püster schwammen über den See. Witzi liegt im Schatten und schläft. Peter Senger kommt als erster zurück und schläft ebenfalls. Als die anderen zurück kommen, sehen sie einen Jungen von der Kohte weglaufen. Es waren insgesamt vier Jungen gewesen. Danach kam ein Ordnungsbeamter, der uns sagte, daß wir im Naturschutzgebiet wären, und direkt auf dem Wall von Haithabu kohteten. Dann machten wir Abendbrot und gingen schlafen.

Mittwoch, 22.07.1959
Um 10.00 Uhr gefrühstückt. Dann haben wir nur im Schatten gelegen, bis Caul das Mittagessen fertig hatte. Die Brotsuppe schmeckte sehr gut. Dann sind wir alle nach Schleswig ins Museum gefahren. War gut dort. Peter hatte wieder seine komische Tour und wir lachten alle. Durch manche Säle sind wir im Eilmarsch gegangen. Um 17.30 Uhr fuhren wir zur Post, aber nur P.S. hatte etwas bekommen. Auf dem Rückweg kauften wir noch ein. Nach dem Abendessen zogen wir noch los. Wir gingen zuerst nach Haddeby, dann zum Campingplatz und zuletzt nach Schleswig, wo wir einen zu uns nahmen. Püster und P.S. waren in der Kohte geblieben, und schliefen als wir kamen. Wir legten uns in die Schlafsäcke, sangen noch einige Lieder und schliefen dann auch ein.

Donnerstag. 23.07.1959
Um 8.00 Uhr sind wir aufgestanden. Dann haben wir gefrühstückt. Danach sind Manne und Hans-Hermann einkaufen gegangen. Wir andern haben währenddessen Feuerholz geholt. Mittags gab es Makkaroni mit Backobst. Während des Mittagessens sahen wir drei Boote Netze auslegen. Als sie dicht an Land waren, fragten die Fischer ob wir mitfahren wollten. Wir wollten alle, bis auf Püster und Bodo, und stiegen sofort in die Boote. Wir mußten die Netze einziehen. Am Ende der Netze sind zwei Säcke. Der eine ist voll mit Aalen und kommt in das Aalboot. Das andere kommt erst in eine Bodenwanne des Bootes, und die Brassen kommen wieder ins Wasser. Nur die Aale werden behalten. Wir machen 2 Fischzüge mit. Nach den Fischzügen schenkten uns die Fischer noch 21 Aale. Peter wollte immer die großen Aale nehmen, aber das wollten die Fischer nicht. Sie setzten uns ans Land und fuhren dann weg. Wir legten die Aale in einen Karton, und aßen sie zu Abend. Danach gingen wir in die Stadt, nur Gunter und Peter blieben in der Kohte. Bodo kam mit Püster zuerst zur Kohte zurück, dann Caul, Witzi und Hans-Hermann. Zuletzt um 23.00 Uhr kamen Manne und P.M. zurück.

Freitag. 24.07.1959
Wir sind morgens früh ausgestanden und haben dann sofort die Aale ausgenommen. Das war eine schleimige Angelegenheit! Als wir fertig waren, wuschen Bodo und Püster die Aale ab. Dann wurden die Aale in Salz gerollt und liegen gelassen. Jetzt gingen Bodo, Caul und Witzi nach Burgdorf einkaufen. Die andern sind in die Stadt gefahren, um die Post zu holen. Als sie zurück waren, fingen sie an Kartoffeln zu schälen. Nachdem sie damit fertig waren haben wir die Aale gebraten. Da wir nicht genug Kartoffeln gekauft hatten, zogen Hans-Hermann und P.S. noch los, und klauten Kartoffeln. Wir machten noch Schmuttkartoffeln und aßen dann. Es schmeckte sehr gut!! Als wir fertig waren gingen wir geschlossen nach Schleswig, um den Dom zu besichtigen. Der in Backsteingotik errichtete Bau hat uns sehr beeindruckt. Als wir draußen waren, fragte Bodo einen Mann nach weiteren Sehenswürdigkeiten. Er schickte uns zu einem alten Kloster. Dort angekommen, mußten wir erst den Klostervogt suchen. Dieser führte uns dann durchs Kloster, er zeigte uns viele Dinge. Darunter eine alte Brauttracht, die fast ganz aus Silberfäden gestrickt war. Nach der Besichtigung fuhren wir zur Kohte, wo P.S. schon Tee gekocht hatte. Als wir fertig waren, beschlossen wir eine Flasche "Klaren" zu kaufen. Caul fuhr also los, aber brachte stattdessen eine Flasche Rum Verschnitt mit. Da wir sie nicht austrinken wollten, kaufte P.M. sie uns ab. Er hatte sie in 10 Minuten ausgetrunken. Hinterher zog er noch mit Bodo los, um einen zu heben. Sie kamen um 23.00 Uhr wieder. Peter hatte ganz schön einen in der Kiste und konnte die Kohte nicht mehr zuschnüren.

Sonnabend, 25.07.1959
Morgens früh aufgestanden. Kohte abgerissen und losgefahren. Um 10.30 Uhr waren wir in Eckernförde. Dort gingen wir an den Strand und badeten. Dann kauften wir ein. Bis 14.00 Uhr hatte jeder Zeit. Dann verstauten wir die Sachen und fuhren los. Kurz hinter Eckernförde machten wir Mittag. Dann fuhren wir bis Kiel, wo wir um 19.00 Uhr ankamen. Bis hinter Laboe fuhren wir durch. Da wir dort keinen Kohtenplatz finden konnten, legten wir uns in ein kleines Wäldchen. Beim Hinüberheben brach Witzis Gepäckträger. Wir machten dort ein Feuer, und wärmten unsere Bohnen auf. Plötzlich hielt ein VW an, und eine Stimme schrie: "Macht sofort das Feuer aus, oder soll ich die Polizei holen!" Wir löschten schnell das Feuer und mußten die Kartoffeln und die Bohnen lauwarm essen. Dann legten wir uns schlafen. Wir schliefen sehr gut, bis auf Caul, der sich in einen Ameisenhaufen gelegt hatte.

Sonntag, 26.07.1959
Heute wachten wir um 6.00 Uhr auf. Wir nahmen schnell noch ein Morgenbad in der kalten Ostsee. Dann fuhren wir nach Laboe und frühstückten dort. Wir suchten einen Kohtenplatz, fanden aber keinen. Wir besichtigten erstmal das Marinedenkmal. Dann legten wir uns bis 17.00 Uhr an den Strand. Als wir zum Kohtenplatz fahren wollten, trafen wir noch 2 Pfadfinder, die mit uns fuhren. Der Kohtenplatz war gut. Auf der Weide waren viele Pferde. Wir bauten die Kohte auf und fingen an zu braten und zu kochen. Während des Kochens unterhielten wir uns mit den Pfadfindern aus Nordheim. Als wir uns gerade die Kartoffeln aufgesetzt hatten, kam der Besitzer des Waldes, aus dem wir die Kohtenstangen geschlagen hatten. Er wollte es uns noch einmal verzeihen und erlaubte uns Feuerholz zu holen. Abends gingen Manne, Hans-Hermann, Bodo, P.M. und Witzi noch los.

Montag, 27.07.1959
Morgens um 5.00 Uhr ein Getrommel und Krach. "Steht sofort auf und schickt einen Führer raus !" Bodo ging raus, und gab dem Besitzer seine Adresse. Dann verlangte der Besitzer 30,- DM für die Kohtenstangen, und daß wir sofort abhauen sollten. Wir bauten ab, und verschwanden Richtung Marinedenkmal. Dort besichtigten wir das U-Boot-Ehrenmal. Es hat uns sehr gefallen. Dann gingen wir bis 14.00 Uhr baden. Bodo, Peter und Manne waren los, einen Kohtenplatz zu suchen.
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