Wikinger

Chronik der Sippe "Wikinger" von 1950-1957

Aufzeichnung von Maggi u.a.

Die Sippe "Wikinger" gehört dem Stamm "Fliegender Pfeil" Bremervörde schon seit seiner Gründung im Februar 1950 an.

Allerdings führte die Gruppe damals den Namen Meute "Cherusker". Der Meutenführer war Hans Schlüter und Stammwolf Hellmuth Schlüter.

Zu der Meute gehörten:

Hans Schlüter   Hellmuth Schlüter      Gerhard Schlichting
Walter Claus   Hugo Praß   Günther Buck
Herbert Preckel Paul Praß   Wilfried Sahlke
Horst Flößer   Werner Plate Hermann Thaens

Aber etwa ein halbes Jahr später wurde die Meute geteilt. Nun bestanden zwei Gruppen, die "Cherusker" und die "Wikinger".

Der Jungpfadfindersippe "Wikinger" gehörten die reiferen, älteren Jungen an und zwar:

Hellmuth Schlüter   als Sippenführer   Günther Buck
Walter Claus   Herbert Preckel   Gerhard Schlichting
Werner Platz   Hermann Thaens   Wilfried Sahlke


Die kleinen Jungen blieben in der Meute "Cherusker". Viele neue Jungen kamen hinzu, und die Lücke füllte sich schnell.

Werner Albers, Heinz und Lothar Dannel wurden gekeilt. Doch die Sippen hatten schwer zu kämpfen und nicht selten ging es um die Frage: Sieg oder Untergang?

Doch die Gruppen fanden sich dann, nachdem man eine rücksichtslose Säuberung vorgenommen hatte. Da beide Gruppen zu einer großen Sippe zusammengefügt wurden, entstand eine feste, tatkräftige Einheit unter der Führung von Hans Schlüter.

Folgenden Jungen wurde der Laufpaß gegeben weil sie keine Lust zeigten oder sich als nicht in die Reihen der Pfadfinder einzureihen vermochten:

Werner Albers   Lothar Dannel   Heinz Dannel
Horst Flößer   Wilfried Sahlke    

Paul und Hugo Praß mußten nach dem Willen ihrer Eltern austreten und zur katholischen Jugend überwechseln.

An neuen Jungen kamen: Rudolf Hülsmann, Wilfried Thomas und Uwe Schramm hinzu.

Doch dann trat eine große Flaute ein. Der Führer mußte aus zwingenden Gründen mit seinem Bruder, dem stellvertretenen Sippenführer austreten. Die Folge war, daß die Sippe geschlossen austrat.

Etwa ein Jahr später, zu Anfang des Jahres 1952 sammelte der alte Sippenführer Hans Schlüter die versprengten Mitglieder der ehemaligen Sippe "Wikinger" wieder um sich.

Die Wiederbegründung der Sippe "Wikinger" fand statt.

Herbet Preckel   Werner Platz   Walter Claus
Günther Buck   Gerhard Schlichting   Hermann Thaens
Jochen Vieregge   folgten dem Ruf.    

Zum Sippenführer wurde Hans Schlüter gewählt. Sein Stellvertreter war Hellmuth Schlüter.

1953 wurde Hellmuth Schlüter die Führung der Sippe übertragen.lm Sommer 1953 kamen einige sehr tüchtige Jungen dazu.

Wolfgang Höfert   Jürgen Schlichting
Rolf Dreock   Horst Reuter

Eine große Säuberungsaktion ging voraus. Gerhard Schlichting wurde ausgestoßen und trat zu den "Sturmvögeln" über. Zwei Monate später wurde ihm die Zugehörigkeit zum Bund Deutscher Pfadfinder abgesprochen. Ihm folgten Günther Buck und Klaus Friedrich. Jochen Vieregge mußte auf das Gebot seiner Eltern zu der C.P. überwechseln.

Doch 1953 traten wieder einige tüchtige Jungen der Sippe bei:

Hans-Georg Höft   Herbert Engelke   H.-D. Rademaker
Friedhelm Senger   Reinhard Schlieffers   Ralf Reuter

Die Folge war, daß die Sippe geteilt werden mußte. Die Teilung fand am 30. 10. 1953 statt.

Eine Abend- und eine Nachmittagssippe wurde gebildet

Die Abendsippe: " Inqolfr Ornsson"

Sippenführer:   Walter Claus    
Stellvertreter:   Wolfgang Höfert    
Mitglieder:   Rolf Dreock   Jürgen Schlichting
    Friedhelm Senger   Reinhard Schlieffers
    Herbert Engelke   Robby Höft
    Horst Reuter   Rolf Reuter

Die Nachmittaqssippe: "Leif Leiffrsson"

Sippenführer:   Hellmuth Schlüter    
Stellvertreter:   Herbert Preckel    
Mitglieder:   Hermann Thaens    
    H.-D. Rademaker    
    Horst Treichel    

Die Abendsippe steht fest, aber die Nachmittagssippe weißt eine viel zu kleine Mitgliederzahl auf. Dazu kommt noch, daß Hermann Thaens seit einem halben Jahr kein einziges Treffen besucht hat. Es wird die Aufgabe des Sippenführers sein, die Lücke in der Sippe "Leif Leiffrsson" möglichst rasch auszufüllen.

Wenn man sich die Entwicklung der Sippe "Wikinger" ansieht, so kommt man zu dem Ergebnis, daß sie eine der ältesten Sippen des Stammes "Fliegender Pfeil" ist.

Dieses Ergebnis beruht durchaus auf Wahrheit. Tatsache ist, daß die Sippe "Wikinger" die älteste Sippe des Stammes ist. Vier Jahre hindurch hat sie sich behauptet und einen harten Kampf ausfechten müssen. Die Belohnung ist jetzt da, die Sippe "Wikinger" gilt heute als die stärkste Sippe. Sie trägt und bildet mit den Rückhalt des Stammes "Fliegender Pfeil". Die Zeit von der Teilung der Sippe bis zur Gegenwart wurde vor allem von der Vorbereitung auf den Horstbannerwettkampf und auf das Pfingstlager ausgefüllt.

Die beiden Wikingersippen nahmen so ziemlich den gleichen Stoff durch, und so ist eine genaue Beschreibung der Sippentreffen überflüssig.

Im Winterhalbjahr wurde etwas mehr Gewicht auf das geistige Pfadfinderwissen gelegt, wie z.B. auf die Gründungsgeschichte der Pfadfinderbewegung, die Geschichte der deutschen Jugendbewegungen, die Ziele und Grundsätze der Pfadfinderbewegung, die Bundesverfassung, die Gesetze und das Versprechen.

Aus dem Gebiet der praktischen Pfadfinderarbeit wurde vieles wiederholt und dazugelernt, wie z.B. Morsen, Winken ( ! ) , Knoten, Karten- und Kompaßkunde, Sternkunde, erste Hilfe und Kochstellen.

Der Frühling lockte uns aus dem Heim heraus. Nun ging es in den Wald und in die Natur. Baum-, Tier- und Vogelstudien wurden betrieben.

Und hier einige Auszüge aus der Winterarbeit:

SIPPENPLAN DER "WIKINGER"
Leif Leifrsson          Jngolfr Ornsson

10. bzw. 13. November 1953
Eingangslied: Wir haben die Welt

  1. Baden-Powell (Gründungsgeschichte)
  2. 2. U-Boot-Spiel
  3. Waldläuferzeichen
  4. Kartenzeichen
  5. Lieder
  6. Totemkunde

Schlußlied: Es brennnt vor uns die Flamme

4. bzw. 7. Dezember 1953

Eingangslied: Wir lieben die Stürme

  1. Sternenkunde
  2. Kimmspiel
  3. Lieder lernen:
    - Die schwarze Barbara
    - Die blauen Dragoner
  4. Knoten
  5. Totemkunde (Wikingerbuch)
Abschlußlied: Drei graue Zelte

11. bzw. 14. Dezember 1953

Eingangslied: Die grauen Nebel

  1. Kompaßkunde
  2. Kimmspiel
  3. Lied lernen: Über den Föhren
  4. Laienspiel für Elternabend
  5. Erste Hilfe (2. Hälfte)
  6. Strickleiterknoten
  7. Totemkunde (Wikingerbuch)
Schlußlied: Die Dämmerung fällt


Sippentreffen der Sippe "Leif Leifrsson"

Montag, der 5. April 1954

Wegen des guten Wetters wurde ein Pirschgang in der Höhne unternommen. Gleichzeitig trieb man Baum- und Vogelstudien.

An Bäumen wurden die Rottanne, Edeltanne, Kiefer, Douglasfichte, Weymouthekiefer, Erle, Lärche, Hain-, Rot- und Blutbuche, Kastanie, Birke, Salweide, Trauerweide, Kopfweide, Eiche, Birke, Linde, Pappel und Hängebirke durchgenommen.

Montag, der 12. April 1954

Das Treffen wurde in der Höhne abgehalten. Nach einer Baumstudien- wiederholung nahm man den Strickleiterknoten durch.

Der Horstbannerwettbewerb, der am 1. Mai im Huvenhopsmoor stattfindet, wurde gründlichst besprochen.

Anschließend unternahm der Sippenführer mit seinen Jungen eine kleine Diskussion über das Thema: Die Kluft zwischen dem B.D.P. und der C.P.

Montag, der 19. April 1954

Anläßlich des Singewettstreits in Basbeck fand eine Stammesfahrt nach dem Dobrock statt. Doch nur 10 Jungen nahmen an dieser Fahrt teil, davon 6 "Wikinger". Diese geringe Beteiligung ist wohl auf das Osterfest zurückzuführen.

Unsere Gruppe konnte aus zwingenden Gründen nicht mitsingen. Die Quartierfrage in Warstade war ungenügend geklärt, so daß wir 6 "Wikinger" wieder zur Jugendherberge zurückkehren mußten, während der Rest in Warstade blieb. Die Stimmung der sechs Jungen war so schlecht, daß als in der J.H. beratschlagt wurde, sie sich , weigerten das Treffen in Basbeck, wo es nach den Angaben der Lipper Pfadfinder stattfinden sollte, zu besuchen. Zumal sie auch noch annahmen, daß aus dem Singewettstreit doch nichts Rechtes wurde.

Am Nachmittag drehte Lolly einen Sturz, als er mit dem Rad vom Olymp herunterfuhr. Wir gingen mit ihm zum Arzt. Er stellte nur eine Prellung und eine kleine Zerrung fest. Aber Lolly verspürte große Schmerzen, so daß wir ihm den Arm in eine Schlinge legten.

Den Ostersonntag nutzten wir vor allem aus, um Ausflüge nach dem Olymp, dem Sieben Quellen-Tal und dem Waldschlößchen zu unternehmen. Die Gegend auf dem Dobrock ist einfach prima. Im Sommer, wenn die Badeanstalt eröffnet ist, muß es dort noch einmal so schön sein.

Vom 5. bis 7. Juni 1954

fand das Pfingstlager statt. Vom Horst erschienen ungefähr 150 Mann und vom Stamm zirka 70. Von der Nachmittagssippe 8 und von der Abendsippe auch 8 Jungen. Das Pfingstlager wurde in der Granstedter Heide bei Selsingen abgehalten.

Wie immer wurden auch auf diesem Lager Wettkämpfe ausgetragen.

Den 1. Preis im Pfadfinderlauf, das Gaubanner, holte sich die Laufsippe vom Stamm "Fliegender Pfeil".

Von der Sippe "Wikinger" waren in der Laufsippe:
Hellmuth Schlüter, Herbert Preckel und Hans-Dieter Rademaker.

Außerdem bekamen unsere Wölflinge im Wölflingslauf den 2. Preis, einen Ball. Unser Horst den 2. Preis im Lageraufbauwettbewerb, ein Lasso und ein Beil.

Montag, der 14. 6. 1954

Da nur 2 Mann da waren fiel das Treffen aus.

Montag, der 21. 6. 1954

Eingangslied: Die Glocken stürmten
1. Lieder lernen:
    - Zwei Totenschädel trafen sich
    - Die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit
    - Über den Föhren schweigt der Wind
2. Vogelkunde:
    Wer ist der beste Vogelkenner aus der Sippe,
    außer dem Sippenführer


3. Geländespiel

Montag, der 28. 6. 1954

1. Welche Dinge in ein vorschriftsmäßiges
    Allzeitbereitpäckchen gehören
2. Gliederung des Logbuches
3. Erklärung der Lilie
4. Spiel
5. Geschichte: Die Kolumbuskuchen
6. Besprechung der diesjährigen Großfahrt
7. Einige Lieder

Schlußlied: Jenseits des Tales

Montag, der 5. 7. 1954

Das Treffen fiel aus.

Montag, der 2. 8. 1954

1. Winken
2. Geschichte: Das Gespenst
3. Diskussion über die Gefahren der heutigen Zeit
4. Vorschläge zu einer neuen Lampe für das Heim

Montag, der 9. 8. 1954

Das Treffen wurde dazu ausgenutzt, einen Platz für eine Hütte im Freien zu suchen. Es wurde beschlossen am Rande des Nieder-Ochtenhausener Waldes in der Nähe der Sandkuhle eine zu bauen.

Auf dem Wege dorthin sank Lolly bis zur Hüfte in den Schlamm einer Moorkuhle ein, und Harmi holte sich auch einen nassen Fuß. Es wurde außerdem Pilz- und Pflanzenkunde betrieben. Wir sahen außerdem noch eine Kreuzotter und 2 Ringelnattern.

Auf dem Rückweg wurde noch eine Kuh, die ausgekniffen war, auf die Weide zurückgetrieben.

Montag, der 16. 8. 1954

Wegen zu geringer Beteiligung seitens einiger Jungen der Sippe fiel das Treffen aus.

Montag, der 23. 8. 1954

Eingangslied: Ein deutscher Junge
1. Lieder lernen: Ein deutscher Junge
2. Auffrischung des geistigen Pfadfinderwissens

Montag, der 30. 8. 1954

1. Englisches Palaver
2. Diskussion über das Horsttreffen
3. Sippenplan für die nächsten Treffen aufgestellt
4. Einführung eines straffen Ordnungssystem
5. Lieder: Das Leben ist ein Würfelspiel
    Ein Heller und ein Batzen
6. Geschichten: Der Reiter übern Bodensee
    Kameradschaft

Montag, der 6. 9. 1954

1. U-Boot-Spiel
2. Allgemeines
3. Knoten
4. Verteilung der Referate

Montag, der 13. 9. 1954

Von jetzt ab soll dieser Tag ein Trainingstag werden. Wir spielen in der Markthalle Handball mit unserem Sippenball. Die Treffen sollen jetzt am Freitag Abend zusammen mit der Sippe "Ingolfr Ornsson abgehalten werden.


Sippentreffen der Sippen

"Leif Leifrsson" und "Inglofr Ornsson"

Freitag, der 17. 9. 1954

1. Wir unterhielten uns über einige Fragen
2. Ein Spiel (Fragen und Anworten)
3. Lieder:
    - Ein Heller und ein Batzen
    - Das Leben ist ein Würfelspiel
    - Wir treiben nachts

Freitag, der 24. 9. 1954

1. AB-Spiel (Es wurde nach Waldläufer- und     Kartenzeichen gefragt)
2. Erklärung einer Geländeskizze
3. Geschichte: Kameradschaft

Freitag, der 1. 10. 1954

1. Aus einer englischen Zeitschrift wurde die     Erklärung über die Ziele und Aufgaben des     Pfadfinderbundes vorgelesen.
2. Morsezeichen gelernt
3. Witze und Anekdoten vorgelesen

Freitag, der 8. 10. 1954

1. AB-Spiel (Biologische- und erdkundliche Fragen)
2. Lieder:
    - Wilde Gesellen ,
    - Langsam reitet unsere Horde
    - Wir waren schon hier und dort
    - Im Kanton bin ich geboren

Freitag, der 15. 10. 1954

Eingangslied: Wilde Gesellen
1 . Erklärung von Kartenmaßstäben, einige Aufgaben
2. AB-Spiel (Erdkundliche- und geschichtliche Fragen)
3. Lieder:
    - Weiße Schwalben
    - Wie oft sind wir geschritten
    - Die blauen Dragoner
    - Das Kohtenlied
    - Auf der Lüneburger Heide
    - Auf, auf zum fröhlichen Jagen
    - Blankensteinhusar
    - Wiegende Welle
    - Carcassonne

Freitag, der 22. 10. 1954

Eingangslied: Die grauen Nebel
1. Lied gelernt: Ein Heller und ein Batzen
2. Einige Aufgaben über Richtungen in
    unübersichtlichem Gelände feststellen
3. Aus dem Jungenleben eine Geschichte vorgelesen
4. Lieder: Aus grauer Städte Mauern

Montag, der 1. 11. 1954

Die beiden Sippen machen jetzt jede für sich ihr Sippentreffen. Wir sind in die Höhne gegangen. Hier las Herbert aus dem "Komm mit" eine lehrreiche Geschichte vor: Der hat uns gerade noch gefehlt. Dann machten wir einige Spiele um die Beobachtungsgabe zu schulen. Als Abschluß wurde eine Schnitzeljagd gemacht.

Montag, der 8. 11. 1954
Dieses Treffen wurde dazu benutzt, um das Heim sauber zu machen

Montag, der 15. 11.1954

1. Zweige wurden bestimmt
2. Das Runenalphabet wurde aufgeschrieben
3. Jägerballspiel auf dem Platz
4. Lieder: Über den Föhren, Jenseits des Tales

Montag, der 22. 11. 1954

1. Die Glocken stürmen vom Bernwadsturm
2. Lied aufgeschrieben: Hölle von Helgoland
3. Winken
4. Vorschläge für die Gestaltung der Sippentreffen
5. Lied: Die grauen Nebel

Montag, der 29. 11. 1954

1. Lied lernen: Weiße Akazien
2. Winken

Die jetzt folgenden Treffen verliefen im gleichen Trott wie die bisherigen. Zu erwähnen wäre das Truppthing vom 9. 1. 1955.

Als Eingang sangen wir das Lied: Wie oft sind wir geschritten. Es wurde in der Hauptsache beschlossen, daß der Beitrag wöchentlich bezahlt werden sollte und alle Vierteljahre einmal sollten 0,15 DM gezahlt werden.

In der letzten halben Stunde wurde eine Zausestunde durchgeführt, d.h. man veranstaltete eine offene Aussprache.

Abschlußlied: Weißt du warum du mit uns gehst

Tagesordnung Truppthing:

Jungenleben
Sippenführer
Chronist 2
Proben
Pfingstlager
Bundesbeitrag
Lagerfeuer
Jungenleben

Großfahrt
Ausschüsse
Fahrten
Stammeslager
Sippengut
Sippentraining
Wimpelspeer

In der Zwischenzeit deckt sich die Arbeit der Abendsippe so ziemlich mit der der Nachmittagssippe.

Laut Truppthingbesch1uß vom 9. 1. 1955

Sippenführer:   "Jngolfr Ornsson"   Walter Claus
Mitglieder der Sippe:   Walter Claus   Fred Mix
    Rolf Dreock   Horst Reuter
    Jürgen Schlichting   Lothar Lehmann
    Reinhard Schlieffers   Rüdiger Kock

Sippenführer:   "Leif Leifrsson"   Herbert Preckel

Sippentreffen am 14. 1. 1955

Drei Spiele für den Elternabend, der Ende Februar durchgeführt werden soll, ausgesucht:

1. Das Spiel mit dem gefundenen Fünfzigpfennigstück

2. Der neugierige Zeitungsleser

3. Der Flohzirkus

Ein neues Lied mit Text und Melodie gelernt: Stampedemie

Zum Schluß eine Schneeballschlacht gemacht.

Sippentreffen am 21. 1. 1955

Uns ist eine traurige Panne passiert. Als wir uns im Heim versammelten, fanden wir einen kalten Raum vor.

So mußten wir erst einmal Feuer machen. Ein Neuer, den Fred mitbrachte, war da. Er schien ein ganz guter Kerl zu sein. Solche Leute können wir gebrauchen.

Rollen unserer Spiele verteilt. Mit dem Singen muß es bei uns entschieden besser werden. Man kann unseren Gesang mit dem Kriegsgeheul wilder Indianer, die sich auf dem Kriegspfad gegen die räudigen Hunde von Irokesen befinden und gerade im Begriff sind, einen gefangengenommenen Häuptling den Martertod sterben zu lassen, vergleichen...

NA, VIELLEICHT HABE ICH EIN WENIG ÜBERTRIEBEN!

Freds Referat über die Bundesverfassung wird in der nächsten Heimstunde fortgesetzt.

Aus dem Pfadfinderbuch vorgelesen: Zwischen Straßen und Wäldern. Es hat sehr viel Anklang gefunden. Rolf hatte heute seine Quetsch- kommode mit, während Walters Wimmerschinken natürlich wieder vertreten war. Hermann war auch anwesend.

Sippentreffen am 28. 1. 1955

Anwesend waren 14 Jungen, davon 3 Mitglieder der Klampfensippe Fred hat seinen Vortrag fortgesetzt. Aufbau des Bundes, Jungenschaft, Mannschaft, Jungenmannschaft.

Auf Vollversammlung des Ortsjugendrings hingewiesen. Anweisungen gegeben, Spiele für Elternabend, Winken.

Sippenapotheke: Die einzelnen Sachen für die Apotheke werden von uns selbst zusammengetragen. Am Mittwoch Singetreffen. Zum Schluß 3 Kapitel aus dem Buch: Zwischen Straßen und Wäldern vorgelesen.

Vollversammlung des Ortsjugendrings am 29. 1. 1955. Die "Wikinger" waren mit 13 Jungen vertreten, dazu vier "Klampfen". Wir waren die stärkste Sippe. Vom Stamm etwa 45 Jungen da, es können auch weniger gewesen sein. 40 waren es aber immer. Unser Stamm bildete die stärkste Fraktion.

Hans wurde mit ca. 150 Stimmen zu 1. Vorsitzenden gewählt. Die beiden anderen Kandidaten:

     Dürre (Sportjugend) 6 Stimmen
     Konn (Gewerkschaftsjugend) 8 Stimmen

Schriftführer: Vorschläge Helmut Claus und Reinhard Konn. Da schon ein Mitglied unseres Bundes 1. Vorsitzender war, verzichteten wir auf einen weiteren. Konn wurde Schriftführer. Kassenführer: Jürgen Schmidt (C.P. )
2. Vorsitzende blieb Christa Buder (E.M.P.)

Ratsherr Späth vertrat die Stadt. Wir konnten uns unmöglich mit all seinen Ausführungen einverstanden erklären.

Für uns sprach Klaus Schulz. Bombige Rede. Späth verschnupft, wurde fast ausfallend. Unheimliche Spannung im Saal, Architekt Holst rettete die Situation, indem er plattdeutsch redete, humorvoller Kerl, er renkte alles wieder ein.

Wir werden 2 Räume des geplanten Stadtjugendheimes bekommen. Wir planten zwar anfänglich, selbst mit der C.P. ein Heim zu bauen, die Verhandlungen mit maßgeblichen Stellen waren ziemlich fortgeschritten, als uns die Stadt plötzlich einen dicken Strich durch die Rechnung machte.

Aber wir sind auch so zufrieden. Nachdem wir gezeigt haben, daß wir auch mitreden, und nicht bevormundet werden möchten und wollen! ! !

Zum Schluß sprach Herr Stadtdirektor Alpers noch, er gefiel uns allen als ruhiger, seriöser Herr.

Sippentreffen am 4. 2. 1955

Bundesverfassung abgeschlossen. Fred hat seine Sache großartig gemacht! Für den Elternabend am nächsten Freitag geübt. l5 Minuten gesungen. Auf dem nächsten Treffen nach Sippenbeschluß Behandlung des Themas: Das Sippensystem.

Aus dem Buch vorgelesen. Moralpredigt. 12 Jungen haben den Bundesbeitrag schon eingezahlt! Bravo! !

Die "Wikinger" müssen sich entschieden aktiver an der Stammesarbeit beteiligen. Die richtige Verbindung mit den anderen Sippen fehlt. Überhaupt ist die -Ohne-mich-Politik- noch sehr stark vertreten. Die richtige Einsatzfreude ist noch längst nicht vorhanden. Wir dürfen nie aufhören, an uns zu arbeiten und zu feilen!

STILLSTAND = RÜCKGANG
NUNQUAM RETRORSUM = NIEMALS ZURÜCK

 Sippentreffen am 11. 2. 1955

Anwesend waren 8 Jungen. Walter konnte das Treffen heute nicht leiten. Hellmuth vertrat ihn. Reichhaltige Tagesordnung. Zu meiner Freude sprach die Sippe gut an und beteiligte sich rege. Lolly war auch wieder da.

Tagesordnung: Singetreffen am Mittwoch

Diskussion unter Herberts Leitung - Warum das Sippensystem?

Sternenkunde praktisch betrieben: Großer Wagen mit kleiner Wagen, Venus, Zwillinge, Sirius, Orion, Cassiopeia, Siebengestirn.

3 Lieder gelernt:
- Platoff preisen wir
- Wer nur den lieben
- Die bunten Fahnen

Lieder für den Elternabend durchgelesen:
- Das Lilienbanner
- Es tropft von Helm
- Wir sind durch

Aus dem Buch: "Zwischen Wäldern und Straßen" vorgelesen.

Mit dem Singen klappt es schon besser. Es klingt nicht mehr wie das Kriegsgeschrei aufsässiger Irokesen, sondern wie der rollende Donner der herabstürzenden Wassermassen der Viktoria-Fälle.

Die Klampfensippe ist den Wikingersippen als selbständige Sippe angeschlossen. Die Mitglieder der Klampfensippe werden von den "Wikinger" herzlichst willkommen geheißen. Sie werden die Heimabende der "Wikingern" besuchen, bis sie sich wieder erholt haben.

Sippentreffen am 18. 2. 1955

Teddy hat die Rollen für das St.Georgspiel abgehört. Dann werden die Lieder "Wiegende Wellen" und "Wir stuben durch den Schnee" eingeübt, klappte ganz gut. Ein Hase saß in tiefem Tal, Ick hew mol en Hamburger und den Störtebecker gesungen.

Mit 10 Mann, die erschienen waren, zwitscherten wir diese Lieder wie Lerchen.

Hansi ließ dann noch aus dem Buch vorlesen. Dann wurde das Schlußlied gesungen: Über den Föhren

Sippentreffen am 25. 2. 1955

Heute waren 5 Mann da. Ich glaube, wir haben noch nie so gelacht und einen Spektakel gemacht wie heute.

Dann wurde in Liedern eine Reise um die Welt gemacht. Hellmuth hat dann noch aus dem Buch vorgelesen.

Schlußlied: Gute Nacht, Kameraden

Sippentreffen am 4. 3. 1955

Wir sind mit der Sippel, das heißt mit 5 Mann zum Theater gegangen. Es spielte das Stück: "Schwarzwaldmädel". Hokus saß bei uns. Das Stück hat uns sehr gut gefallen.

Walter hat erst fürchterlich geflucht, weil wir ihm nicht eher Bescheid gesagt hatten, aber er beruhigte sich und kam auch mit.

Sippentreffen am 11. 3. 1955

Heute abend haben wir die Spiele "Der Zeitungsleser" und das Spiel mit dem 50 Pfennig geübt.

Didi und Manfred spielten ihre Rollen ganz gut. Über Lothar haben wir so gelacht, er markierte bei dem Spiel einen Hinkenden.

Hellmuth verteilte dann Blätter für den Plakatwettbewerb. Der Abend ging viel zu schnell zu Ende. Dann sangen wir das Abschlußlied: Gute Nacht Kameraden

P.S. "Psckan" ist aus dem Bund ausgetreten. Ein Opfer des T.S.V.

Sippentreffen am 18. 3. 1955

Heute abend hatten wir viel zu besprechen und kamen deshalb nicht zum Singen.

Walter verkaufte die Bilder von der Großfahrt und hatte auch Zettel dabei. Die Zettel waren Anträge für die Sammlung der Kriegsgräberfürsorge. Dann wurden die Straßen verteilt, die 2 Mann abzuklappern hatten.

Dann wurde beschlossen, daß unsere Sippe am nächsten Sonntag, dem 27. 3. 1955, ein Singetreffen abhält. Bei diesem Treffen werde ich mit meiner Quetsche spielen. Zuletzt wurden die Namen für die Bundesausweise aufgeschrieben.

Singetreffen am Sonntag den 27. 3. 1955

Hellmuth und ich hatten eingeheizt. So nach und nach kamen dann 6 Mann angekleckert. Es klappt für den Anfang schon ganz gut. Wir haben die Lieder für den Elternabend geübt.

Das Singetreffen ging von morgens um 10 Uhr bis 11.30 Uhr.

Sippentreffen am 1. 4. 1955

Heute abend waren wir sehr zahlreich versammelt. Auch Hansi war mit seiner Klampfe da. Ich holte mein Akkordeon und wir übten einen Shanty ein.

Auch die anderen Lieder klappten. Manche Lieder waren nicht schön aber laut !

Sippentreffen am 8. 4. 1955

Das Sippentreffen fiel aus wegen Karfreitag.

Sippentreffen am 13. 4. 1955

Es waren nur 3 Mann. Darum wurde nur ein bißchen gesungen und dann Schluß gemacht.

Sippentreffen am 15. 4. 1955

Heute abend haben wir wieder das St. Georgspiel durchgeübt, und auch einige Lieder gesungen.

Sippenfahrt am 17. 4. 1955

Mit 6 Mann fuhren wir in die Granstedter Heide um dort Lieder und Spiele einzuüben. Anschließend machten wir ein Handballspiel, aus dem Rugby wurde. Es war ein wüstes Gebalge. Es gab dabei auch Verletzte.

Dann übten wir noch einmal das Winken und zogen dann zum See. Beim Oberspringen eines Grabens mit einem Strick, der an einem Baum fest war, holten sich viele nasse Füße. Um 5 Uhr fuhren wir wieder ab.

Sippentreffen am 22. 4. 1955

Die letzten Vorbereitungen, für das am nächsten Abend stattfindende St. Georgsfest, wurden getroffen. Alles noch einmal geübt bis zur Vergasung. Dann klappte es schon etwas besser.

Sippentreffen am 29. 4. 1955

Das St. Georgfest haben wir glücklich hinter uns. Alles was nicht klappte, wurde noch einmal durchgesprochen. Es wurde etwas vorgelesen. Dann sangen wir zur Auffrischung noch einmal die Lieder vom St. Georgfest.

Sippentreffen am 6. 5. 1955

Es wurden Sachen für das Pfingstlager eingeübt. Winken, Knoten und die Jugendbewegungen.

Es wurden ein paar Männchen für die Bannersippe vorgeschlagen.

Sippentreffen am 13. 5. 1955

Morgen sollte ja eigentlich die Klotztour nach Heinschenwalde sein, aber es wird nichts daraus. Wir sangen alte Lieder. Wegen karger Beteiligung wurde bald Schluß gemacht.

Sippentreffen am 20. 5. 1955

Das Pfingstlager kommt immer näher. Wir haben beschlossen, Sonntag mit dem Rad zum Wald gegenüber dem Elmer Berg zu fahren und noch einmal alles durchzuüben.

Sippentreffen am 27. 5. 1955

Heute ist das letzte Treffen vor dem Pfingstlager. Es wurde noch einmal alles durchgekaut. Die Einteilung für die Hinfahrt zum Lager. Heute wurde es etwas später als gewöhnlich.

Sippentreffen am 3. 6. 1955

Das Pfingstlager haben wir glücklich hinter uns. Das Gaubanner haben wir erobert. Mit diesem Sieg können wir zufrieden sein.

Jetzt aber tritt ein neues Problem auf, daß uns große Kopfschmerzen macht, die Großfahrt. Wo es hingeht wissen wir, aber ob es klappt ?

Sippentreffen am 10. 6. 1955

Auch heute wurde wieder das Problem der Großfahrt besprochen.

Didi, unser Eisenbahner, ist jetzt sehr aktiv und unterbreitet uns viele Vorschläge für die Fahrtroute. Es gibt darauf wieder eine kleine Aussprache, die sich aber schließlich über das ganze Treffen erstreckt.

Sippentreffen am 17. 6. 1955

Didi schrieb "Liebesbriefe" an die Bundesbahndirektion in Hamburg, es kommt aber nicht die entscheidende Antwort. Dann fuhr er selber hin. Er erreichte zu unserem Erstaunen aber nichts.

Was nun ???            Die Fahrt fallen lassen ?            Niemals ! ! !

Also Aufstellung einer neuen Fahrt, die der andern ähnelt. Dieses wollen wir auf dem nächsten Treffen machen, da wir dann die nötigen Karten mitbringen wollen.

Sippentreffen am 24. 6. 1955

Heute abend war die angekündigte neue Fahrtbesprechung. Jetzt soll die Fahrt nur noch bis Frankfurt gehen. Manche sind dafür, andere sind dagegen.

Es soll aber nochmals alles versucht werden, um an den Bodensee zu kommen.

Sippentreffen am 1. 7. 1955

Im letzten Augenblick ist es uns geglückt, wir fahren jetzt endlich zum Bodensee! ! !

Wir fahren schon am Donnerstag, dem 7.7. um 0.36 Uhr ab Bremen mit einem Jugendsonderzug nach Freiburg im Schwarzwald. Auf dem Treffen wurde jetzt die genaue Fahrtroute bekanntgegeben.

Sippentreffen am 5. 7. 1955

Heute abend ist das letzte Treffen aller Fahrtenteilnehmer vor der Fahrt. Es fahren jetzt bestimmt mit: Hellmuth, Jürgen, Didi, Ralle, Manfred, Herbert, Harmi und Rolf.

Auf diesem Treffen wurden nur noch die letzten Probleme besprochen und es wurde das Sippengut verteilt.

In der Zeit vom 7. 7. - 29. 7. 1955 fanden keine Treffen statt, da der größte Teil der Mitglieder auf Fahrt war.

Sippentreffen am 5. 8. 1955

Auf dem ersten Treffen nach der Großfahrt wurde noch einmal die ganze Fahrt in Hellmuths Bericht zusammengefaßt. Es war ein großer Erfolg.

Sippentreffen am 12. 8. 1955

Heute fand sich die Sippe in der Engeoer Badeanstalt zusammen. Wir badeten und machten Wiederlebungsversuche.

Sippentreffen am 19. 8. 1955

Diesmal machten wir ein A-B Spiel, was nach langer Zeit wieder viel Spaß machte. Danach las Hellmuth noch eine Geschichte vor. Zum Schluß wurde noch tüchtig gesungen.

Sippentreffen am 26. 8. 1955

An diesem Abend war sehr klares Wetter. Wir machten deshalb Sternenkunde. Es hat allen Jungen viel Spaß gemacht.

Später im Heim wurde beschlossen, daß man Hermann Thaens und Lothar Lehmann noch einmal eine Chance geben sollte. Es sollte ihnen von einigen Jungen gut zugesprochen werden.

Sippentreffen am 2. 9. 1955

Dieses Sippentreffen begann nach dem Eingangskreis mit der Verteilung von 4 Referaten. Im einzelnen waren es: Pflanzen, Zweige, Knoten und Spuren.

Es wurde noch gesungen, aber die Jungen hatten heute keine Lust.

Sippentreffen am 9. 9. 1955

Heute war das Interesse viel größer. Auf Beschluß der Sippe wurde den ganzen Abend gemühlt.

Nur schwer konnte Walter sie zum Schluß zu einigen Liedern bewegen. Die Sippe war fast vollständig versammelt.

Sippentreffen am 30. 9. 1955

Auch auf diesem Treffen war fast die ganze Sippe da. Nur Buffy fehlte, weil er kurz vor einer Prüfung steht. Er hat sich entschuldigt.

Wir nahmen heute die Jugendgeschichte durch.

Sippentreffen am 7. 10. 1955

Schon jetzt will die Sippe damit anfangen, sich für den Elternabend zu rüsten, der wahrscheinlich erst im März 1956 stattfindet Hierüber verging wieder die eigentliche Sippenstunde.

Sippentreffen am 21. 10. 1955

Heute gingen wir auf Beschluß der Sippe vom 14.10. in die Höhne. Es hat uns dort sehr gut gefallen, so daß Stimmen laut wurden, solche Wanderungen zu wiederholen.

Sippentreffen am 28. 11. 1955

Auf diesem Treffen stritt man sich, ob man eine Wochenend- und Lehrfahrt durchführen sollte, oder ob ein Geländespiel stattfinden sollte.

Die Abstimmung entschied sich für das Geländespiel.

1. 1. 1956

Das neue Jahr begannen wir in der Nacht zum 1. Januar in der Kohte in der Höhne.

Dieses Treffen hatten wir als Sippenthing angesetzt, weil noch einige Punkte erledigt werden mußten.

Die Punkte waren:

1. Ausschüsse

2. Bestätigung des neuen Sippenführers ,

3. Vorschau auf unsere Arbeit im neuen Jahr

4. Chronist III

5. Sippengut

6. Großfahrt

Ausgeschlossen wurden:

1. Hermann Thaens, da er sich seit langem nicht mehr am Sippentreffen beteiligte, sondern zum TSV ging.

Auf die Frage Herberts, ob er sich nicht wieder im B.D.P. beteiligen wollte, sagte er, er fühle sich zum TSV hingezogen.

2. Hüter trat aus chronischem Zeitmangel aus der Sippe aus. Er führte jedoch noch die Wölflingsmeute.

3. Schomi schied automatisch aus, da er monatelang kein Treffen mehr besuchte.

Der neue Chronist heißt Maggi. Leider mußten Quax, Ralle, Reinhard und Maggi (Ich!!) schon um zwei Uhr zu Hause sein.

Die übrige Gesellschaft blieb bis 4 Uhr in der Kohte. Nicht erschienen sind: Rolf, Walther (entschuldigt), Lothar (unentschuldigt), Bimbo und Heinz (Lehrgang).

Liste der Sippenmitglieder

Lolli
Walter
Quax
Hellmuth
Herbert
Ralle
Heinz
Reinhard
Bimbo
Bibi
Maggi
Hansi
Erwin Gutzeit
Mecki
Horst Treichel
stellv. Sippenführer
Wimpelträger
Stammesführer! ! !
Minister der Finanzen
Sippenführer "Seeteufel"
stiller Teilhaber
Mitarbeit an der "Spur"
stiller Teilhaber
stiller Teilhaber
Chronist III
Horstfeldmeister! ! !
passives Mitglied
stiller Teilhaber

Sippentreffen am 6. 1. 1956

Leider konnte ich {Maggi) am Sippentreffen nicht teilnehmen, da ich zum Abendmahl in die Kirche mußte. Aber Ralle war auf Befehl Hellmuths so freundlich, mir einige wichtige Punkte aufzuschreiben.

Nach dem Eingangslied wurde als erster Punkt der Ausschluß Lothar Lehmanns vorgetragen. Lothar war ohne Entschuldigung dem Sippenthing ferngeblieben.

Walter sah ihn im Lokal "Rötting" tanzen. Wahrscheinlich hat er auch mal wieder fleißig gekübelt. Außerdem machte sich bei ihm eine heftige Neigung zum anderen Geschlecht bemerkbar, was uns sehr verdroß.

Er wurde mit 8 : 2 Stimmen aus der Sippe entfernt.

Darauf wurden 2 neue Lieder:

- Hoch auf dem gelben Wagen

- Straßen wandern durch die Hügel

geübt und aufgeschrieben.

Nachdem das geschehen war, wurden Hans-Jörg Voth und Dieter Brockmann in die Sippe aufgenommen. Wir heißen sie herzlich willkommen.

Lolli begann nun mit den Morsestunden, bis alle Köpfe rauchten.

Ja, bei den "Wikingern" wird etwas geleistet. Zur Entspannung warf er noch 2 Erste-Hilfe-Fragen auf:

  1. Wie rettet ein Nichtschwimmer einen Ertrinkenden?
  2. Wie wird ein ins Eis eingebrochener gerettet?

Nach diesen Fragen erschien meine überaus wichtige Person, nämlich Maggi, beim (Singetreffen) Sippentreffen. Gesangbuch in der Hand, im Anzug mit Schlips.

Es wurde jetzt aus dem Werwolf vorgelesen. Nachdem noch ein Lied gesungen wurde, erklärte Lolli das Treffen für beendet.

Sippentreffen am 13.1.1956

Pünktlich um 8.00 Uhr begann das Treffen. Nach dem Eingangslied wurde sofort gearbeitet.

Der Elternabend steht vor der Tür. Hin und her wurde überlegt, was können wir spielen. Die Mehrheit entschließt sich für ein Singegedicht. Dann brauchten sie selbst nichts tun. Faule Burschen. Als Textdichter wird Maggi auserkoren. Den späteren Sänger will bis jetzt noch keiner spielen. Der Text soll von der Großfahrt oder einem Lager" handeln. Ich werde mein Bestes tun.

Nachdem alles soweit geregelt ist, läßt Walter, unser Singemeister, einige Lieder singen. Diese Lieder sind so ausgefallen, daß Maggi in einen wahren Wutausbruch gerät, und allerlei Verdächtigungen, und Schimpfworte knurrt.

Zum allgemeinen Schrecken hat Lolli begonnen Punkte und Striche an die Tafel zu malen.

MORSEN !!!!

Man gibt sich Mühe, ein inteiligentes Gesicht zu machen. Einigen gelingt es. Schließlich ist auch die Qual beendet. Mit einigen Liedern klingt das Treffen aus.

Sippentreffen am 20. 1. 1956

Wie gewöhnlich haben sich wieder rund 10 Mann im Heim versammelt. Es ging zu Anfang recht laut zu.

Walter und Quax mußten ihre Schinken stimmen. Knobel schrie nach Geld. Aber nach und nach setzte sich die Stimme des Sippenführers, die um Ruhe heischte durch, und es wurde still.

Mit einem Lied eröffnete Walter das Treffen. Das Problem Elternabend macht uns schon wieder zu schaffen. Wir müssen unbedingt noch ein Schauspiel vorführen.

Man einigt sich auf ein dramatisches, blutiges Schauspiel. Wenn es gekonnt aufgeführt wird, muß es ein Bombenerfolg sein. Es handelt im Schwarzwald und einem alten Klosterzimmer. Im Hintergrund der Bühne müssen Blitze und unheimliche Geräusche erzeugt werden.

Dann wird mal wieder gemorst. Grauenhaft!! Aber auch dieser Kelch geht an uns vorüber.

Walter hat ein paar frische Lieder zur Hand, die von der Sippe in die Luft gejubelt werden.

Eben ist Rolf erschienen. Er hatte angeblich keine Zeit. Die Knaben, die Proben ablegen sollten, wurden seelisch darauf vorbereitet.

Schade, in der letzten Zeit kommen wir nicht zum Wiederholen des praktischen und des theoretischen Pfadfindertums. Das heißt Pionierarbeit und geistige Sachen. Dadurch verliert das Sippentreffen einen Teil an Geschmack.

Eben ist Rolf mal wieder ohne Gruß, klammheimlich verschwunden. Er wird wohl auch bald reif sein.

Hellmuth liest wieder aus dem Werwolf vor. Um 21.35 wird das Schlußlied gesungen. Die Gesellschaft strebt eilig nach Hause.

Sippentreffen am 27. 1. 1956

Das Waldläuferbuch steht zur Debatte. Man kann sich nicht einigen, welche Farben das Papier haben soll. Bis der Sippenführer bestimmt: grün oder weiß.

Das bessere Papier wird genommen. Auch über die Gliederung hat man sich noch nicht geeinigt. Man weiß nur, daß es zwei Teile werden.

1. Geistiges Pfadfindertum

2. Praktisches Pfadfindertum

Die Untertitel werden sich von selbst ergeben. Die ersten Referate werden verteilt.

Heute ist auch Hans-Jörg Voth wieder erschienen. Er hatte eine leichte Erkältung überstanden.

Dieter Brockmann kann das Treffen auch nicht besuchen, er hat immer lange zu Arbeiten.

Ralf Dreock, der mit der Zeit immer passiver wird, hat sich heute abend mal wieder heimlich empfohlen.

Bimba kommt auch nicht mehr. Er ist ja auch ein alter Hase, und er hat es nicht mehr nötig. DENKSTE ! ! ! Auch er wird es einmal bereuen müssen.

Heute abend wird ausnahmsweise nicht gemorst. Dafür wird viel gesungen. Reinhard liest aus dem Werwolf vor. Recht amüsant. Um 21.45 Uhr wird das Treffen beendet.

Sippentreffen am 3. 2. 1956

Um 20.45 eröffnen wir unser Sippentreffen mit einem kräftigen " GUT PFAD "

Müde klingen die Stimmen. Von kräftig keine Spur.

Das Treffen ist etwas wenig besucht. Das ist aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Das Thema "Elternabend" wird erfolglos abgebrochen.

Zur Strafe wird - - - gemorst. Doch Lolli morste alleine. Die umherstehenden Herren blickten nur blöde in die Luft. Einige versuchten mit offenen Augen zu schlafen. Ärgerlich bricht Lolli sein Studium ab.

Walter gibt bekannt, wieviel Leisten und wieviel Pappe für die Attrappen unseres Spiels am Elternabend nötig sind. Überall hört man schon ein ahnungsvolles Stöhnen. Wer soll die ganzen Sachen herbeischleppen? Man versucht das Thema zu wechseln. Dies ist aber nicht nötig, denn Walters Vortrag ist beendet.

Nun läßt er ein paar neue Lieder singen. Sie werden auch tatsächlich von den Herren mitgeflüstert. Nur Maggi hüllt sich in Schweigen und zieht es vor, aus dem neuen "Komm mit" ein Spottgedicht über die Handschuhbranche zu notieren.

Nachdem gesungen wurde, wird aus dem Werwolf vorgelesen. Noch ein Lied, und es ist Schluß.

Sippentreffen am 10. 2. 1956

Maggi ist etwas später gekommen. Er wird sofort mit einer Überraschung begrüßt. Er soll Pappe besorgen. Jedes Sippenmitglied muß etwas für die Kulissen zum Elternabend mitbringen. Der eine Pappe, der andere Leisten und der 3. Hammer, Zange und Nägel. Man ergibt sich in sein Schicksal.

Harmi sollte das Papier für das Waldläuferbuch einkaufen. Die ersten fertigen Referate sind schon eingesammelt. Ralle hat uns wieder mit seinem Erscheinen beehrt.

Heute abend sollen Lieder gesungen werden. Hellmuth liest sein Drehbuch für das Spiel am Elternabend vor. Es ist ihm gut gelungen. Natürlich wird noch einiges geändert werden müssen. Ursprünglich war vorgesehen, daß 2 Spiele getrennt vorgetragen werden sollten. Jetzt sollen beide Spiele kombiniert werden. Dadurch wird die Spannung erhöht. Unsere einzige Sorge ist die Geräuschkulisse. Wie soll die Beleuchtung gemacht werden. Wie soll der Donner oder der Blitz, zu diesem Spiel, wie kann man ihn naturgetreu nachahmen? Es werden sich schon Mittel und Wege finden. Kommt Zeit, kommt Rat.

Gemorst soll heute nicht werden. Maggi hat Mühe sein Geld für die Lose zusammenzutreiben. Das Volk ist ja sooo verqeßlich. Man merkt es, sie werden älter.

Ausnahmsweise wird heute etwas gewinkt. Maggi hat fast alles verlernt. Heute fehlen auch mal wieder, zwar nur spaßeshalber, die alten Hasen der Sippe. Aber der Spaß scheint zum komischen Spaß geworden zu sein.

Rolf hat sich nur einen Augenblick gezeigt, ohne Kluft, um dann geräuschlos zu verschwinden. Er fällt immer mehr ab. Es ist eigentlich schade um ihn. Er war früher immer gut dabei.

Zum Schluß des Treffens wird aus dem Werwolf vorgelesen. Langsam wird er langweilig. Man müßte einen speziellen Leseabend einrichten.

Mit dem Lied: "Gute Nacht Kameraden" klingt das Treffen aus.

Sippentreffen am 17. 2. 1956

Die Bretter und die Pappe sind da. Mecki hat Hämmer und Nägel mitgebracht, so daß frisch gebastelt werden kann. Alles arbeitet, außer Hans-Jörg und Maggi. Die beiden stehen herum und freuen sich ihres Lebens. Sie wären für "einen auf das Dach" reif gewesen. Doch Lolli ist zu zaghaft.

Inzwischen ist das Gestell für eine Wand fertig. Aber zum Schrecken aller Anwesenden, bekommt man es kaum durch die Hintertür. Schließlich ist es doch gelungen.

Walter befestigt einen Zettel an das Gestell, daß jeder der es wage, es zu berühren, augenblicklich und sofort zur Hölle fahre. Besonders die Wölflinge.

Um etwas ernstliches zu unternehmen ist es zu spät. So wird das Schlußlied gesungen, und das Treffen aufgelöst.

Sippentreffen am 24. 2. 1956

Wie gewöhnlich lautet das Hauptthema am Sippentreffen: "Elternabend". Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, daß die Treffen nur noch halb besucht werden. Keiner möchte sich der Gefahr aussetzen, am Elternabend mitwirken zu müssen.

Wie gewöhnlich bespricht der Sippenführer die Kulissen für das Spiel. Wie muß die Beleuchtung sein, wie erzeugen wir Blitz und Donner u.s.w. Es hängt uns allen zum Halse heraus. Es wird noch soweit kommen, das jeder seine Schularbeiten auf dem Sippentreffen macht, nur um seiner Pflicht, zum Treffen zu kommen, zu genügen.

Das zweite Thema heißt: "Pfingstlager". Es werden die Teilnehmer schon jetzt festgestellt. Jeder muß vorschriftsmäßige Kluft haben. Der Sippenkoch wird noch nicht bestimmt.

Zum Schluß lockt der Werwolf. Quax und Lolli lesen brav vor. Um 21.55 Uhr wird das Treffen geschlossen.

Sippentreffen am 2. 3. 1956

Hier ist heute nichts los, nur 5 Sippenangehörige sind erschienen Die Treffen werden immer müder. Keiner hat mehr die Lust zu kommen. Die meisten sind schon berufstätig.

Das Thema Elternabend ist für heute abgesagt worden

Dafür will Lolli etwas mehr Pfadfinderarbeit treiben. Alle sind hell begeistert. Der Längsbund, Kreuzbund und der Diagonalbund , werden geübt.

Einige winken schnell ein paar Meldungen. Quax kann es sich nicht verkneifen, Maggi in einer Meldung anzufehden. Sie Lautet: "Maggi bekommt von mir eine Hornochsenbrille". Dafür bekommt er von Lolli auch prompt eine Verwarnung. Beleidigt setzt er sich auf seinen Platz. Der lachende Dritte ist natürlich Maggi.

Nun wird es ernster. Der Sippenführer zieht eine Sternenkarte aus der Tasche. Es werden zwei Parteien gebildet. Herbert fragt etwas aus der Sternkunde. Hieraus entwickelt sich schnell ein AB-Spiel. Wie im Fluge vergeht die Zeit.

Lolli schimpft nachher gewaltig, denn er wollte uns noch einmal mit seiner Morserei belästigen.

Nachdem das Abschlußlied gesungen war, gingen wir alle lachend und schadenfroh nach Hause.

Sippentreffen am 9. 3. 1956

Heute wurde den ganzen Abend vom Elternabend gesprochen. Abschluß das Lied: "Gute Nacht Kameraden"

Sippentreffen am 16. 3. 1956

Auch heute wieder nur der Elternabend. Es ist schier zum verzweifeln. Wenn das noch lange so weiter geht, kann die Sippe aufgelöst werden.

Lolli weiß nicht mehr, was er der Sippe noch an Abwechslung bieten soll. Einige Sippenmitglieder kommen schon aus Prinzip nicht mehr.

Die einzige Neuerung die für den Elternabend da ist: Hellmuth hat die Manuskripte geschrieben. Das Spiel verspricht äußerst spannend zu werden. Wir sind fest überzeugt, daß die Sippe "Wikinger" das beste Spiel aufführt.

Unsere größte Sorge ist bisher immer noch die Geräusch- und Beleuchtungsfrage. Wir fürchten, sie wird einiges Geld kosten. Der Abend wird nun doch noch im Gemeindesaal stattfinden müssen.

Lolli teilt einzelne Gruppen ein, die sonntags vormittags an den Kulissen bauen. Die Betreffenden versammeln sich dann bei Quax auf dem Hof.

Auch Rolf Dreock ist nach langer Zeit wieder da.

An dem Kulissenbau will er allerdings nicht teilnehmen, da er keine Zeit hat, er müsse sich ausschlafen.

Um 21.45 Uhr wird das Treffen geschlossen.

Sippentreffen am 23. 3. 1956

Maggi ist etwas zu spät gekommen. Walter liest gerade die Schauspieler, die in dem Stück mitwirken sollen, vor.

Es sind so viele, daß keiner hoffen kann, bei unserem Stück als Zuschauer mitzuwirken.

Über den Bauern der einen Sarg zu tragen hat, (natürlich aus Pappe) kann man sich nicht entschließen. Man schwankt zwischen Quax und Maggi. Aber Quaxens größerer, wuchtigerer Körper trägt schließlich den Sieg davon. Maggi wird wahrscheinlich die Rolle eines Wirtes übernehmen müssen.

Viele die beim letzten Treffen nicht da waren, bei Ralle hatte angeblich die Tante Geburtstag, fluchten gewaltig auf sich selbst Man hatte ihnen erzählt, daß am letzten Treffen Pfadfinderarbeit getrieben würde.

Da das Treffen ziemlich spät begonnen hatte, war unsere Zeit bald um. Ralle las noch etwas aus dem Werwolf vor.

Nach einem kräftigem "GUT PFAD" trennten wir uns.

Sippentreffen am 30. 3. 1956

Wir beginnen unser Treffen mit einem kräftigem "GUT PFAD". Müde murmelt die Menge. Nur Lolli brüllt aus Pflichtgefühl.

Uns zu Ehren ist Bibi nach langer Zeit wieder einmal erschienen, und war es Zufall oder Schicksal, heute hatte Walter vor, wieder einmal ein ordentliches Singetreffen zu gestalten. Da jeder, der Bibi kennt, weiß, daß Bibi ein so überaus begeisteter Sänger ist, kann sich vorstellen, wie die Gesichter der Anwesenden lang und länger werden.

Obwohl Bibi gerne, viel und laut singt, beherrscht er nicht ein einziges Lied. Wenn man richtig hinhört, merkt man, daß Bibi eigentlich nur drei Töne richtig beherrscht. Aber diese Töne mißbrauchte er heute dermaßen, daß ihm das Singen verboten wird.

Hauptsächlich werden alte Lieder aufgefrischt. Die Leute sind so begeistert, wie lange nicht mehr.

Anschließend liest Lolli etwas aus der Bundesverfassung vor. Ralle paukt uns später noch einige Knoten ein.

Als alle ihre Stimmen ausgeruht haben, wird weitergesungen. "Strom der Schwere" wird zweistimmig eingeübt. Leider gehen die zwei Stunden zu schnell vorbei.

Erst um 22.05 Uhr wird das Treffen abgebrochen. Lolli ist ganz glücklich, endlich wieder ein einwandfreies Sippentreffen gemacht zu haben.

Sippentreffen am 6. 4. 1956

Da Walter die Arbeit mit den Kulissen zuviel geworden ist, bestimmte er einige Jungen, die ihm helfen sollten. Harm und Lolli sollten die Kulissen, die im Augenblick nur aus Holzgestellen bestehen, mit Pappe beziehen.

Reinhard, Herbert und Walter wollen sie dann entsprechend bemalen. Hans-Jörg und Maggi sollen für das Licht sorgen.

Damit wären Lolli und Walter die größten Sorgen fürs erste los. Nach 3 Wochen werden die Arbeiten dann durch Walter kontrolliert. Der Elternabend kommt immer näher, so daß Lolli sich gezwungen sieht, die ersten Textproben abnehmen zu lassen. Er bestimmt hierfür den Dienstagabend.

Zum Pfingstlager gibt es im Augenblick nichts neues zu sagen. Walter läßt einige Lieder singen. Gott sei Dank, daß Bibi heute nicht da ist.

Mit einer Stunde Verspätung kommt Rolf Dreock an. Wie immer ohne Kluft. Als Lolli ihn zur Rede stellt, meint er, er hätte keine Zeit. Kurz danach verschwindet er ohne Gruß. Wenn das so weiter geht, wird er sich auch bald rückwärts bewegen müssen.

Zum Schluß des Treffens quält Lolli uns mit Morsezeichen. Maggi, der aus Faulheit nicht einen Morsebuchstaben kann, steht gelangweilt herum. Auch ihm würde gut tun, sich etwas mehr anzustrengen

Sippentreffen am 13. 4. 1956

Durch Lollis Nachricht, daß der Elternabend auf Beschluß des Stammesrates bis nach dem Pfingstlager verschoben wird, bricht großes Jubelgeschrei aus. Endlich nicht mehr das Ewige:

Jetzt kommen wir zum 1. Punkt. dem Elternabend meine Herren!

Es gibt auch einige, die gegen die Verschiebung sind. In der Hauptsache solche, die es verstanden haben, sich bisher erfolgreich zu verstecken. Sie fürchten nun doch noch an die Beine ihres Hammels (an ihre Hammelbeine) gekriegt zu werden.

Als erstes läßt Lolli mal ein AB-Spiel machen, das mit einem Unentschieden, bei 35 Fragen endet. Der eine Punkt Vorsprung wurde der Partei, wegen überlauten Brüllens, aberkannt. Weil der Krach nachher zu groß wurde, mußte das Spiel abgebrochen werden.

Es wurde noch einige Augenblicke gemorst. Den Rest des Treffens wurde vorgelesen.

Sippentreffen am 20. 4. 1956

Heute scheint eine Generalversammlung einberufen worden zu sein. In einer derart großen Zahl waren die "Wikinger" selten vertreten.

Die Kunde, daß der Elternabend verschoben ist, hat sich schnell herumgesprochen. Zur Strafe, daß die Leute sonst nicht gekommen sind, läßt Lolli tüchtig morsen. Er schreibt Meldungen auf, die entziffert oder übersetzt werden müssen, teilt Morseschnüre aus.

Dann läßt er das Versprechen aufsagen, paukt Pfadfindergesetze ein. Wiederholt aus der Bundesverfassung und nimmt Neues durch. Zum Ärger aller Anwesenden wird zwischen jedem neuen Gebiet ein Lied gesungen.

Am meisten schreit Maggi. Er ist über diesen sturen Paukbetrieb entsetzt, und droht mit allen irdischen Strafen. Hans-Jörg der auch lange nicht da war, will sich alle Augenblicke totlachen.

Um 21.30 Uhr wird das Treffen abgeblasen.

Sippentreffen am 27. 4. 1956

ausgefallen

Sippentreffen am 4. 5. 1956

Mit der Sippe zum Jahrmarktsbummel

Sippentreffen am 11. 5. 1956

Das zweitletzte Treffen vor dem Pfingstlager. Die letzten Bestimmungen in Bezug auf das Lager werden veröffentlich. Jeder muß eine vollständige Kluft haben.

Dazu gehört:

  1. Lederschuhe
  2. Lederhose
  3. Koppel
  4. Hemd mit Lilie
  5. Halstuch
  6. Kohtenjacke

Wessen Kluft nicht vollständig ist wird nicht zum Lager zugelassen. Dies sind für manchen harte Bedingungen. Die Lagerodnung wird ebenfalls bekanntgegeben.

Bis zum Schluß des Treffens wird gesungen, weil jede Sippe auf dem Lager drei Lieder vortragen muß.

Sippentreffen am 18. 5. 1956

Letztes Treffen vor dem Pfingstlager. Lolli diktiert die Abfahrtzeiten für die einzelnen Sippen. Für diejenigen, die nicht wissen, was sie auf dem Lager haben müssen, wird diktiert, was sie unbedingt brauchen. Die Summe des Taschengeldes ist diesmal auf höchstens fünf DM festgelegt.

Das Treffen wird vorzeitig abgebrochen.

Sippentreffen am. 25. 5. 1956

Das erste Treffen nach dem Pfingstlager. Der Stamm "Fliegender Pfeil" ist auch in diesem Jahr der erfolgreichste Stamm der Landesmark geworden.

Zum 1. Mal ist es der Bannersippe gelungen, das Landesbanner zu erringen.

Außerden bekarnen wir den 2. Preis irn Wölflingslauf, den 2. Preis im Lageraufbau und den 2. Preis im Singewettstreit.

Alle Wikinger erzählten ihr aufregendstes Erlebnis, das sie auf dem Lager erlebt hatten. So wäre der eine z.B., nachts, als er zur Latrine wollte, in die Latrine hineingefallen. Dem andern wäre beinahe eine stürzende Gaffel auf den Kopf gefallen.

Dieses Treffen wurde nur mit Erzählungen ausgefüllt. Belustigt und vergnügt gingen wir auseinander.

Sippentreffen am 1. 6. 1956

Dieses Treffen wurde nicht im Heim, sondern auf dem Hofe abgehalten. Es wurde ausschließlich gesungen. Leider waren nicht viel Jungen anwesend. Bibi und Maggi sind sogar wieder weggegangen, als sie das Heim leer fanden. Man hatte keine Nachricht hinterlassen, daß sich die Sippe auf dem Hofe aufhält. Das Treffen wurde früh beendet.

Sippentreffen (Zusammenfassung) bis Ende 1956

Weil das Singen in der Sippe fast auf dem Nullpunkt angelangt war, daß heißt, die Jungen hatten keine Lust zum Singen mehr, hatten sie auch keine neuen Lieder mehr gelernt, deshalb beschloß die Sippe, vorläufig nur noch Sippentreffen abzuhalten.

Auf diesem Treffen wurden dann die ganzen alten Lieder wieder aufgefrischt. Außerdem wurden neue Lieder eingepaukt. Außer von den Klampfen wurde die Sippe noch von einem Akkordeon begleitet.

Diese Treffen wurden bis Mitte November abgehalten. Ab und zu wurden sie von Diskussionen unterbrochen. Zum Beispiel wurde über die Wehrpflicht, die Suez-Krise, den Aufstand in Polen und den Aufstand in Ungarn gesprochen.

Nebenbei wurde viel über das zukünftige Arbeitsgebiet gesprochen. Denn die Sippe ist langsam aus dem Alter, indem man Pfadfinder- und Pionierarbeit treibt, heraus. Nun müßte sie ein Gebiet finden, das jedem aus der Sippe interessiert. Aber es wurde keine Lösung gefunden. Deshalb führte man vorläufig die Sippentreffen als Singetreffen weiter.

Auch büßte die Sippe mehrere Mitglieder ein. Teils durch Ausschluß, teils durch Austritt. Bibi und Maggi hatten eigene Sippen zu betreuen. Bibi gründete die Sippe "Hinnerk von Borgh". Er wurde auch hauptsächlich deshalb von der alten Sippe abgestoßen, weil er vollkommen unmusikalisch ist, und nichts von dem Singetreffen hatte. Außerdem war er einer der jüngsten in der Sippe, und fühlte sich in dem träqem Trott der Älteren nicht mehr wohl. Er brauchte Bewegung, die er dann in seiner eigenen Sippe fand.

Für Maggi gilt wohl dasselbe. Auch er wurde nicht mehr von den trägen Sippentreffen befriedigt. Dem ewiges Singen und Diskutieren ist nichts für einen Jungen der erst spät zu den Pfadfindern kam, und Fahrten und Pionierarbeit machen wollte. So ging auch Maggi zu einer anderen Sippe und half dem Sippenführer bei der Führung.

Das Beispiel von Maggi und Bibi mag zeigen, daß eine Sippe nur dann bestehen kann, wenn sie aus gleichaltrigen Jungen zusammengesetzt ist. Jetzt hat Maggi auch kapiert, weshalb Hellmuth sich immer dagegen aussprach, neue, junge Mitglieder in die alte Sippe aufzunehmen.

Vom November an entschloß man sich, sich dem Basteln zu widmen. Hier war Herbert in seinem Element. Es wurde nicht festgelegt, was gebastelt werden sollte.

Der eine bastelte mit Bast, der andere machte Holzarbeiten. Außerdem konnten Jungen, die keine Lust zum Werken hatten, singen. So wurden die Sippentreffen doch mehr oder weniger zu einer zwanglosen Arbeitsgemeinschaft.

Mit diesem Schritt hatte die Sippe einen Stillstand erreicht. Man sprach auch des öfteren von einem Roverkreis. Aber dieser Plan ist auch gescheitert, weil man sich angeblich noch nicht reif genug fühlte, beziehungsweise noch nicht alt genug sei.

Mit dem Schluß des Jahres gab auch Maggi die Chronik ab, da er nach Bremerhaven ging. Außerdem konnte er auch nicht mehr zu den Treffen kommen.

Vorher hatte er sich immer noch notdürftig über die Treffen unterrichten lassen, sodaß er wenigsten noch eine Übersicht vom letzten halben Jahr geben konnte.

Die Sippe hofft, auch im nächsten Jahr, erfolgreich bestehen zu können.

MAGGI

Sippentreffen am 12. 4. 1957

Die Sippe, die auf dem schlimmsten Tiefpunkt ihres bisherigen Daseins angelangt war, scheint sich langsam wieder zu erholen. Es hat sich eine feste Gemeinschaft gebildet, die nicht mehr daran denkt, die alte Sippenarbeit fortzuführen, sondern sich nur noch trifft, um zusammen zu sein und Gedanken austauschen zu können. Es sind jetzt alle aus dem Alter heraus, in dem man einfache Pfadfinderarbeit betreibt.

Auf diese Übergangszeit ist wohl auch die Krise, in der sich die Sippe befand und sich bewähren mußte, zurückzuführen.

Die Sippe hat noch lange nicht alle Schwierigkeiten überwunden, aber ich (Ralle) kann sagen, daß sie aus dem Gröbsten heraus ist. Um die innere Geschlossenheit auch äußerlich nach dieser Bewährungsprobe zu beweisen, wurde nach langer Zeit wieder eine Sippenfahrt gemacht, die uns nach Harsefeld in die Walkmühle führte. Sie wurde ein Erlebnis! ! Ein Teil der Hin- und Rückfahrt benutzten wir den Zug und den anderen Teil klotzten wir.

Auf der Hinfahrt passierte Ralle das unaussprechliche Pech, daß er eine der zwei Rotweinflaschen, die Walter mitgebracht hatte, halbierte und das "köstliche Naß" sich getreu dem Satz "Alles Gute kommt von oben" nach unten ergoß. Es sei nicht verschwiegen, daß Walter die "hinterbliebene" Flasche liebevoll in seine eigene Obhut nahm, um sie vor frevelhaften Zerstörerhänden zu bewahren.

Am Ziel angekommen wurde Feuer angemacht und alle Vorbereitungen für ein Festmahl getroffen. Bald zogen wohlriechende Düfte durch den Raum, so daß jedem der Speichel aus den Lefzen troff. Unter den sprühenden Witzen aller wurde das Kotelett hinuntergeschlungen, so daß sich zum Speichel noch das Fett gesellte und beides friedlich seinen Weg troff.

Es wurde aber auch nicht die ernste Seite der Fahrt vergessen und nach dem Essen versammelten sich alle bei einem Glas Grog um das Herdfeuer, um über die Zukunft betreffs der Sippe zu beraten.

In der Nacht schliefen wir unter Bergen von Matratzen, die Bibi über uns häufte. Am nächsten Morgen fand auf dem Boden eine Schlacht Mann gegen Mann statt und nach dem Waschen am eiskaltem Wasserlauf, der direkt am Heim vorbeifloß, wurde unter Rolfs Leitung regelrechte Morgengymnastik getrieben. Gegen Mittag ging es dann wieder Richtung Heimat mit dem Gefühl zwei Tage gut ausgeruht zu haben.

Ferner ist noch zu erwähnen, daß wieder das Schreckgespenst "Elternabend" vor der Tür steht. Das Vorbereiten unserer Aufgabe hängt allen schon zum Halse raus. Aber wir werden auch diese tapfer, wie echte "Wikinger" durchstehen.

Drum verzaqe nicht du kleiner Haufen!

Unser heutiges Sippentreffen verbrachten wir mit Tischtennis-spielen unten im großen Saal des Jugendheimes, zusammen mit dem T.S.V.

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